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Foto: photos.com
Multifokale Linsenimplantate ermöglichen scharfes Sehen.
 
Augenheilkunde 13. April 2010

Kunstlinsen statt Lesebrille

Immer häufiger kommen Patienten nach der Operation eines grauen Stars ohne Brille aus. Sie verdanken dies modernen Linsenimplantaten, die gleichzeitig eine Nah- und Fernsicht ermöglichen.

Multifokale intraokulare Linsen (IOL) sind so geformt, dass sie das Licht gleichzeitig auf zwei Brennpunkte lenken. Dies ermöglicht scharfes Sehen sowohl in der Nähe als auch in der Ferne. Die ersten multifokalen IOL konnten sich jedoch nicht durchsetzen: Einschränkungen gab es vor allem beim Kontrastsehen. Bei der neuesten Generation sogenannter apodisierter IOL treten derartige Probleme nun nur noch in geringerem Maße auf. In einer europäischen Multi-Center-Studie waren die meisten Patienten mit dem Ergebnis zufrieden. „Die Patienten sehen nicht nur in der Nähe und Ferne scharf. Auch im Zwischenbereich, wichtig für die Computerarbeit, ist die Sehleistung oft zufriedenstellend. Insgesamt 88 Prozent der Patienten konnten nach der Operation vollständig auf eine Brille verzichten”, berichtet Studienautor Dr. Thomas Kohnen. Nach dem Eingriff ist jedoch etwas Geduld nötig, denn es kann bis zu einem Jahr dauern, bis sich die Betroffenen vollends an die neue Linse gewöhnt haben. Die neuen Möglichkeiten der Linsenimplantation werden am World Ophthalmology Congress WOC® im Juni in Berlin vorgestellt.

Quelle: Kohnen, T. et al.: Journal of Cataract & Refractive Surgery 2009; 35: 2062–9

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