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Foto: wikipedia
Staphylokokken (Bild) mögen Finegoldia-Bakterien nicht.
 
HNO 31. März 2010

Lebensraum in der Nase

Es gibt Bakterien, die in der menschlichen Nase vorzugsweise gemeinsam vorkommen, und solche, die einander gar nicht mögen. Dieses Wissen soll neue Möglichkeiten der Prävention und Therapie von Infektionen eröffnen.

Bei fast einem Drittel aller Menschen lebt Staphylococcus aureus in der Nase, ohne dort Probleme zu verursachen. Breitet es sich jedoch aus, können Infektionen entstehen. Forscher des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig und des Universitätsklinikums Münster erforschen daher, welche Bakterien in der Nase vorkommen, und analysierten Abstriche aus 40 Nasen. Das Ergebnis überraschte die Forscher: Mehrere Bakterienarten, die in der Nase leben, waren noch nicht als Besiedler des Menschen bekannt. Zudem wurden Arten gefunden, die ohne Sauerstoff auskommen. Manche Bakterienarten traten häufig zusammen auf, aber andere schlossen sich gegenseitig aus: „Wenn wir Bakterien der Gattung Finegoldia in der Nase nachweisen konnten, fanden wir keine S.-aureus-Bakterien“, sagt Koautor PD Dr. Dietmar Pieper. Warum dies so ist, wissen die Forscher bisher noch nicht. „Das bedeutet natürlich nicht, dass zum Entfernen von S. aureus Finegoldia-Bakterien inhaliert werden sollen, da auch diese Infektionen hervorrufen können.“ Es werde aber klarer, wie Bakterien den menschlichen Körper besiedeln und sich gegenseitig beeinflussen. Somit könnten schließlich Strategien zur Bekämpfung von S.-aureus-Infektionen entwickelt werden.

Quelle: Wos-Oxley, M. L. et al.: The ISME Journal 2010; doi: 10.1038/ismej.2010.15

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