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Kardiologie 30. März 2010

Prävention von Stent-Thrombosen

Eine Studie liefert Hinweise dafür, dass ein Jahr nach Stent-Implantation die Gabe von Azetylsalizylsäure ausreicht.

Forscher aus Südkorea haben in einer randomisierten Studie untersucht, ob Patienten, die einen Medikamente freisetzenden Stent (DES, Drug-Eluting Stent) implantiert bekommen haben, länger als zwölf Monate zwei Thrombozytenaggregationshemmer einnehmen sollten, um weitere kardiale Ereignisse zu verhindern, oder ob einer reicht. Die Ergebnisse der beiden Gruppen unterschieden sich am Ende nicht wesentlich voneinander.

 

Die optimale Dauer der dualen Therapie mit Thrombozytenaggregationshemmern nach Implantation eines DES (Drug-Eluting Stent, Medikamente freisetzender Stent) war bisher unklar. Daher haben südkoreanische Forscher an Patienten aus zwei Multicenter-Studien zwei medikamentöse Strategien miteinander verglichen: Alle Personen erhielten zunächst nach der Stent-Implantation sowohl Azetylsalizylsäure (ASS, 100 bis 200 mg täglich) als auch Clopidogrel (758 mg täglich). Nach einem Jahr wurden die Patienten randomisiert auf zwei Gruppen aufgeteilt. In einer Gruppe wurde die duale Therapie so weitergeführt wie zuvor. In der anderen Gruppe wurde Clopidogrel abgesetzt und lediglich ASS weitergegeben.

Insgesamt konnten 2.701 Personen in die Studie eingeschlossen werden. Es handelte sich dabei um Teilnehmer der beiden Studien REAL-LATE (correlation of clopidogrel discontinuation in REAL-world patients treated with drug-eluting stent implantation and LATE coronary arterial thrombotic events) und ZEST-LATE (evaluation of the long-term safety after Zotarolimus-Eluting STent, sirolimus-eluting stent or paclitaxel-eluting stent implantation for coronary lesions – LATE coronary arterial thrombotic events).

Kein signifikanter Unterschied

Während der Follow-up-Phase, die im Durchschnitt 19,2 Monate dauerte, betrug das kumulative Risiko, den primärem Endpunkt zu erreichen, 1,8 Prozent mit der dualen Therapie im Vergleich zu 1,2 Prozent mit ASS allein. Somit unterschieden sich die beiden Gruppen nicht signifikant voneinander. Das individuelle Risiko für Tod, Myokardinfarkt, Schlaganfall, Stent-Thrombose, wiederholte Revaskularisation oder größere Blutungen war in beiden Gruppe vergleichbar.

Weitere Studien erwünscht

Die Forscher schließen daraus, dass Clopidogrel nach einem Jahr nach der Stent-Implantation abgesetzt werden kann, verweisen aber auch auf Schwächen ihrer Studie: Die Rate der Personen, die den primären Endpunkt erreichten, war in beiden Gruppen niedriger als erwartet. Dies schmälert die Aussagekraft über die beiden Strategien. Außerdem handelte es sich nicht um eine verblindete Studie, weshalb ein Bias nicht ausgeschlossen werden könne. Der Zeitpunkt, zu dem die einzelnen Patienten in die Studie aufgenommen worden waren, war unterschiedlich, was die Aussagen über die optimale Dauer der Clopidogrel-Einnahme relativiert. Zudem schließen die Forscher nicht aus, dass neuere DES in Bezug auf die Häufigkeit von Stent-Thrombosen anders zu bewerten sind als diejenigen, welche die Patienten ihrer Studie erhalten hatten.

Weitere Studien seien also notwendig, um die am ACC präsentierten Ergebnisse zu bestätigen oder zu relativieren.

 

Dr. Seung-Jung Park: „Optimal Duration of Dual Antiplatelet Therapy After Drug-Eluting Stents Implantation: A Randomized, Multi-Center Trial”

 

Quelle: Park, S.-J. et al.: New England Journal of Medicine 2010; doi: 10.1056/NEJMoa1001266

ACC-Kongress 2010 des American College of Cardiology, Atlanta, USA, 14. bis 16. März 2010

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