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Foto: photos.com
Infizierte Tampons können das Toxische Schocksyndrom auslösen.
 

Tampon ohne Komplikation

Studie: Beschichtung mit Glyzerol-Monolaureat beugt Infektionen vor.

Tampons spielen beim Exotoxin-vermittelten Schocksyndrom während der Menstruation vermutlich eine entscheidende Rolle. Ob sich das Risiko für dieses Syndrom durch eine Beschichtung der Tampons mit Glyzerol-Monolaureat senken lässt, untersuchte eine Studie.

 

Das durch Staphylococcus aureus verursachte toxische Schocksyndrom (TSS) ist eine Toxin-vermittelte Erkrankung, die durch Fieber, Hypotonus, Exanthem, Beteiligung verschiedener Organe sowie eine Desquamation der Haut charakterisiert ist. Das menstruations-assoziierte TSS (mTSS) tritt bei Frauen während oder zwei bis drei Tage nach der Blutung auf. Meist sind davon Frauen betroffen, die Tampons verwenden. Die Inzidenz des mTSS wird auf ein bis drei Fälle pro 100.000 menstruierende Frauen im Jahr angegeben.

Auslöser der Entzündung ist ein Superantigen (TSST-1). Dieses Exotoxin stimuliert die T-Zellen – es kommt zu einer starken Produktion von Zytokinen (Tumornekrosefaktor, Interleukine). Vermutlich gelangt TSST-1 über die zerstörte Vaginalschleimhaut in die Blutbahn – an der Destruktion der vaginalen Barriere sind Staphylokokken-Exotoxine wie das α-Toxin beteiligt.

In einer aktuellen Studie wurde an 225 Frauen untersucht, ob die Produktion von TSST-1 sowie α-Toxin durch eine Beschichtung der Tampons mit Glyzerol-Monolaureat (GML) gehemmt werden kann. Hierzu verwendeten die Frauen am zweiten Tag der Menstruation zunächst ihre eigenen Tampons für zwei bis sechs Stunden, gefolgt von einem mit GML beschichteten Studientampon oder einem nicht beschichteten Kontrolltampon für vier bis sechs Stunden. Nach Gebrauch wurden die Tampons auf Staphylococcus aureus, TSST-1, α-Toxin sowie Interleukin 8 (IL-8) untersucht.

Staphylococcus aureus konnte bei 41 (18%) der Frauen nachgewiesen wurden. In den mit GML beschichteten sowie den Kontrolltampons war die Konzentration der Bakterien niedriger als in den normalerweise verwendeten Tampons der Frauen. Die beschichteten Tampons zeigten dabei eine niedrigere Konzentration von TSST-1 und α-Toxin als die Kontrolltampons. Tampons von Frauen, die nicht mit Staphylococcus aureus kolonisiert waren, wiesen niedrigere IL-8-Konzentrationen als Zeichen einer vaginalen Entzündung auf. GML-beschichtete Tampons schnitten bei der Reduktion der IL-8-Produktion besser ab als die Kontrolltampons.

 

 

Quelle: Strandberg, K. L. et al.: Clinical Infectious Diseases 2009;49:1711–7; doi: 10.1086/644614

SpringerMedizin.de/PH, Ärzte Woche 13 /2010

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