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Foto: wikipedia
Omega-3-Fettsäuren senkten bei Jugendlichen das Psychoserisiko.
 

Psychiatrische Frühintervention mit Fischöl

Eine Behandlung mit Fischöl senkte bei jugendlichen Hochrisikopatienten die Wahrscheinlichkeit, an einer Psychose zu erkranken, um etwa 25 Prozent.

Psychotische Erkrankungen treten meist bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen erstmals auf, verlaufen dann aber oft chronisch. Es gibt aber Vorzeichen, die es ermöglichen, Patienten mit einem hohen Risiko für psychotische Störungen zu identifizieren. An dieser Prodromalphase setzte eine Forschungsarbeit von Prof. Dr. Günter Paul Amminger und seinem Team an der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie der MedUni Wien an. In einer randomisierten, placebo-kontrollierten Doppelblindstudie mit jugendlichen Hochrisikopersonen stellten die Forscher fest, dass die Gabe von Fischölkapseln mit mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren das Risiko, an einer Psychose zu erkranken, senkte. 41 Probanden erhielten über zwölf Wochen Fischölkapseln mit 1,2 Gramm mehrfach ungesättigter Omega-3-Fettsäuren. Im Laufe eines Jahres erkrankten nur 4,9 Prozent der Omega-3-Gruppe am Vollbild einer psychotischen Störung, dagegen entwickelten 27,5 Prozent der Kontrollgruppe eine Psychose. Es besserten sich auch die Krankheitssymptome und Funktionseinschränkungen im Alltag signifikant. Die Effekte der Fettsäuren auf das Fortschreiten der Psychose dürften auf Veränderungen an den Zellmembranen und damit verbundene Einflüsse auf Neurotransmittersysteme im Gehirn zurückzuführen sein. „Während die Fischöl-Kapseln keine klinisch relevanten Nebenwirkungen zeigen, beobachtet man bei Antipsychotikagabe Stoffwechselveränderungen, sexuelle Dysfunktionen und Gewichtszunahme“, kommentiert Amminger. Eine internationale, multizentrische Studie soll die Ergebnisse nun bestätigen.

Quelle: Amminger, G. P. et al.: Archives of General Psychiatry 2010; 67(2):146–54

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