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Foto: Susanne Schmich / PIXELIO
Die Bedeutung der Bioregulatoren wird intensiv untersucht.
 
Wissenschaft & Lehre 9. März 2010

Progesteron in höheren Pflanzen nachgewiesen

Auf der Suche nach neuen Wirkstoffen zur Krebsbehandlung stießen Innsbrucker Forscher auf ein Steroid in den Blättern des Walnussbaumes.

Da das Laub des Walnussbaumes das Wachstum des Grases und der Blumen hemmt, wurden die Blätter genauer analysiert. „Auf der Suche nach dem wachstumshemmenden Prinzip von Extrakten dieser Blätter stießen wir eines Tages am Rande einer Gruppe von neuartigen, maligne Tumore hochwirksam hemmenden Substanzen auf einen farblosen Feststoff, der zwar nicht auf die Tumorzellen wirkte, aber bereits in reiner Form vorlag“, so Dr. Bernhard Glodny von der Innsbrucker Universitätsklinik für Radiologie, der in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Guido F. Pauli von der University of Illinois/Chicago die neuen Erkenntnisse lieferte. Die massenspektrometrischen und magnetresonanzspektroskopischen Daten des Isolates konnten belegen, dass es sich um Progesteron handelte. Weiters fand das Team um Glodny auch im Adonisröschen neuartige Steroide aus den Gruppen der Pregnenolone, sowie eine dem Cardenolid Strophanthidin verwandte Substanz, das Spirophantigenin. Für die Studienautoren erscheint es nun wahrscheinlich, dass es sich bei diesen Steroiden um archaische, universell vorkommende Bioregulatoren handelt, deren Bedeutung im Falle des Progesterones bei Pflanzen erst noch untersucht werden muss. „Während die physiologische Bedeutung des Progesterons im menschlichen Organismus gut untersucht zu sein scheint, ist sie es bei den vaskulären Pflanzen nicht“, so Glodny.

Quelle: Pauli, G. F. et al.: Journal of Natural Products 2010; doi: 10.1021/np9007415

MedUni Innsbruck/PH, Ärzte Woche 10 /2010

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