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Foto: flickr / Warren Long
Bei Herzrhythmusstörungen sollte das Training reduziert werden.
 
Sportmedizin 23. Februar 2010

Langläufer sind anfällig für Vorhofflimmern

Das ernüchternde Ergebnis einer norwegischen Studie: Die Teilnehmer von Skimarathonevents hatten im Vergleich zur Gesamtbevölkerung auf lange Sicht häufiger Vorhofflimmern ohne vorbekannte Herzerkrankung oder andere bekannte Risikofaktoren.

Zu Beginn der Studie im Jahr 1976 wurden Personen, die an Skilanglaufveranstaltungen teilnahmen und zu den besten 25 Prozent ihrer Alterklasse gehörten, in drei Gruppen aufgeteilt: Gruppe I (26-33 Jahre), Gruppe II (43-50 Jahre) und Gruppe III (58-64 Jahre). 28 bis 30 Jahre später waren aus der Gruppe III noch 78 Menschen am Leben, wobei bei 13 von ihnen inzwischen ein Vorhofflimmern aufgetreten war. Dies entspricht 16,7 Prozent, bei einer aktuellen Prävalenz von 12,8 Prozent. Das ist nach Angaben der Autoren die höchste Prävalenz, die bei langjährigen Ausdauersportlern jemals beschrieben worden ist. Sie empfehlen Ausdauersportlern, nach Episoden von Vorhofflimmern so lange eine Trainingspause einzulegen, bis der Herzrhythmus wieder unter Kontrolle ist. Bradykardie und ein vergrößerter linker Herzvorhof waren in dieser Studie mit einem erhöhten Risiko für Vorhofflimmern assoziiert. „Wir können trotzdem nicht sagen, weshalb manche Athleten ein Vorhofflimmern entwickeln und andere nicht“, räumen die Autoren ein. „Selbst wenn es so ist, dass ausgiebiges Ausdauertraining über viele Jahre hinweg vielleicht nicht immer gut für das Herz ist, so reichen die Erkenntnisse doch noch nicht aus, um spezifische Empfehlungen abzugeben.“

Quelle: Grimsmo, J. et al.: European Journal of Cardiovascular Prevention & Rehabilitation 2010; 17(1): 100–5; doi: 10.1097/HJR.0b013e32833226be

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