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Foto: wikipedia
Verdünnte Säure-Lösungen legen sozusagen die Ohren trocken.
 
HNO 23. Februar 2010

Essigsäure statt Antibiotika bei Otitis media

Eine Untersuchung verschiedener Behandlungsstrategien gegen MRSA bei chronisch eitriger Otitis media (CSOM) ergab, dass nebst Antibiotika auch Ohrenreinigungen mit bestimmten Lösungsmitteln wirksam sind.

Koreanische HNO-Ärzte verglichen nun die bakteriologischen Ergebnisse von 577 Patienten mit CSOM und die medizinischen Behandlungsergebnisse von 91 nicht cholesteatomatösen MRSA-Patienten. Drei Behandlungsmethoden wurden getestet: Ohrreinigung und -spülung (n=50), intravenöse Injektion von Teicoplanin (n=22) und intravenöse Injektion von Vancomycin (n=15). Insgesamt war MRSA mit 28,1 Prozent die am häufigsten vorkommende Spezies, gefolgt von Methicillin-empfindlichem Staphylococcus aureus (MSSA, 20,4%), Pseudomonas (18,6%) und Koagulase-negativen Staphylokokken (15,0%). Bei nicht-cholesteatomatöser MRSA gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den drei Gruppen in der Behandlung der Otitis. Die Ergebnisse zeigen, dass 79,5 Prozent der Patienten der Ohrenreinigungsgruppe nach 19 Tagen beschwerdefrei waren. 78,9 Prozent der Gruppe mit intravenösen Teicoplanin-Injektionen waren nach 16 Tagen und 80 Prozent der Patienten mit intravenösen Vancomycin-Injektionen nach 15,2 Tagen beschwerdefrei. Die Autoren schließen daraus, dass häufige und fachgerechte Reinigung mit verdünnter Essigsäure bzw. sogenannter Burow-Lösung zur Behandlung von MRSA-induzierter CSOM geeignet ist.

Zum Abstract der Studie

Medizin-online.de/PH, Ärzte Woche 08 /2010

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