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Foto:  EyeWire
Mehr Kinder in entlegenen Regionen könnten ebenfalls geimpft werden.
 
Allgemeinmedizin 23. Februar 2010

Impfstoffe ohne Kühlung lagerbar

An der University of Oxford wurde ein Verfahren entwickelt, mit dem Impfstoffe ohne Kühlung haltbar gemacht werden können. Dieser Durchbruch soll vor allem Kindern in ländlichen Regionen Afrikas zu Gute kommen.

Die heute für die Haltbarkeit entscheidende gekühlte Lagerung von Impfstoffen ist in Entwicklungsländern häufig schwierig, da Kühlschränke, Kliniken und elektrische Versorgung nicht immer vorhanden sind. Das Forscherteam um Adrian Hill vermischte Impfstoffe mit Zucker und trockneten sie anschließend langsam auf einem Filterpapier. So wurden sie konserviert und konnten bei Bedarf für die Injektion einfach reaktiviert werden. Es gelang, die Impfstoffe bis zu sechs Monate lang bei einer Temperatur von 45 Grad stabil zu halten. Verwendet wurden Rohrzucker und Trehalose, ein Zucker, der für seine konservierenden Eigenschaften bekannt ist. Das Verfahren sei einfach und extrem billig, freuen sich die Forscher. Auch die Kosten der Auslieferung können damit deutlich gesenkt werden. Da es gelungen sei, selbst die instabileren Lebendimpfstoffe haltbar zu machen, sollte die Methode auch bei anderen Impfstoffen einsetzbar sein. Innerhalb von fünf Jahren soll das Verfahren reif sein für die industrielle Herstellung.

Quelle: Alcock, R. et al.: Science Translational Medicine 2010; 2(19): 19ra12; doi: 10.1126/scitranslmed.3000490

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