zur Navigation zum Inhalt
 
Neurologie 16. Februar 2010

Hochfeld-MRT entdeckt MS

Neue Methode verbessert die Diagnose der Multiplen Sklerose deutlich.

Der Radiologe Dr. Mike Wattjes vom MS & Alzheimer Center Amsterdam prüfte mit seinem Team, ob sich die Erkennungsrate der kortikalen Läsionen optimieren lässt. MS-Läsionen in der weißen Hirnsubstanz lassen sich durch herkömmliche Magnetresonanztomografie (MRT) recht gut erkennen. Obwohl die MS traditionell als eine Erkrankung der weißen Substanz interpretiert wird, gilt es mittlerweile als gesichert, dass dabei vor allem auch die graue Substanz des zentralen Nervensystems in Mitleidenschaft gezogen wird. Mit der herkömmlichen Magnetresonanztomographie (MRT) bleiben die Entzündungsherde in der grauen Substanz jedoch vielfach unentdeckt. Bei einem Hochfeld-MRT mit 3 Tesla Feldstärke waren deutlich mehr Läsionen zu erkennen als bei einem MRT mit der herkömmlichen Feldstärke von 1,5 Tesla. Bei Untersuchungen mit Hochfeld MRT plus einer sogenannten Double Inversion Recovery (DIR)-Pulssequenz stachen die kortikalen Läsionen im Bild am deutlichsten hervor. Die Erkennungsrate lag dabei fast drei Mal so hoch wie bei einer herkömmlichen MRT-Untersuchung bei 1,5 Tesla. „Damit können wir auch schon zu einem recht frühen Erkrankungszeitpunkt mit größerer Sicherheit sagen, ob eine MS vorliegt oder nicht", ist Wattjes überzeugt.

Quelle: Simon, B. et al.: European Radiology 2010; doi: 10.1007/s00330-009-1705-y

Universität Bonn/PH, Ärzte Woche 7 /2010

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben