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Allgemeinmedizin 16. Februar 2010

Anonyme Alkoholiker gegen Depression

Seit der Gründung der Anonymen Alkoholiker (AA) in den 1930er Jahren haben unzählige Betroffene die Erfahrung gemacht, dass die Unterstützung in der Gruppe das Rückfallrisiko senkt. Studien gibt es darüber dennoch erst wenige.

Kommt es zu Rückfällen von Alkoholmissbrauch, sind im Vorfeld häufig negative Affekte wie etwa Depressionen daran beteiligt. Forscher um Prof. Dr. John F. Kelly vom Massachusetts General Hospital wiesen 1.706 Studienteilnehmer randomisiert drei unterschiedlichen Behandlungsstrategien der Alkoholkrankheit zu, wobei es unabhängig davon jedem freigestellt war, Treffen der AA zu besuchen. Es zeigte sich nach 15 Monaten, dass diejenigen, die häufiger zu den Treffen gingen, signifikant weniger Depressionssymptome aufwiesen und seltener und weniger Alkohol tranken als diejenigen, die seltener an den Treffen teilnahmen. „Nun können Ärzte ihren Patienten sagen, dass die Teilnahme an solchen Meetings sie in ihrer Abstinenz unterstützen und ihre Stimmung verbessern kann. Wer würde das nicht wollen?“, so Kelly.

Quelle: Kelly, J. F. et al.: Addiction 2010; doi: 10.1111/j.1360- 0443.2009.02820.x

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