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Foto: PhotoDisc
Die Studie gewährt neue Einblicke in neuronale Funktionen.
 
Neurologie 9. Februar 2010

„Pumilio2“ und das Gedächtnis

Ein wichtiges Puzzleteil bei der Erforschung des Gedächtnisses konnte am Zentrum für Hirnforschung der MedUni Wien identifiziert werden.

Bereits in einem früheren Projekt hatten die Forscher zwei Proteine – Pum1 und Pum2 – als Komponenten bei der Lokalisierung der RNA in Nervenzellen identifiziert. Weiterführende zellbiologische und elektrophysiologische Analysen zeigten nun, dass Pum2 sowohl zur Entwicklung der Dendriten als auch zur synaptischen Funktion in den Nervenzellen beiträgt. Pum2 ist besonders während der Dendritenentwicklung vorhanden, ein Mangel von Pum2 führt in dieser Phase zu einem gesteigerten Auswuchs von Dendriten aus dem Zellkörper. In der Folge zeigen reife Neuronen mit Pum2-Mangel einen höheren Grad an dendritischen Verzweigungen, im Gegensatz zu Neuronen mit Überexpression von Pum2, die ein vereinfachtes Dendritennetzwerk zeigen. Diese Daten legen nahe, dass die Menge an in der Zelle vorhandenem Pum2 die Gestalt der Dendriten dieser Nervenzelle reguliert und auch später bei der Entstehung der Synapsen eine Rolle spielt, indem Pum2 die Morphologie und Funktion der Dendriten beeinflusst. Schließlich gelang auch der Nachweis, dass Pum2 spezifische Boten-RNAs (mRNAs) bindet, die für die neuronale Funktion wichtig sind.

Quelle: Vessey, P. A. et al.: Proceedings of the National Academy of Sciences 2010; doi: 10.1073/pnas.0907128107

MedUni Wien/PH, Ärzte Woche 6 /2010

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