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Gastroenterologie 27. Jänner 2010

Magenkarzinom aus dem fernen Osten

Helicobacter pylori bergen ein erhöhtes Risiko für die Magenkrebsentstehung, wenn sie aus Ostasien stammen.

Japanische Medizingenetiker konstatieren anhand von Mausexperimenten, dass westliche Helicobacter-Stämme seltener zu malignen Entartungen der Magenwand führen als östliche.

Wie Wissenschaftler von der Hokkaido-Universität Sapporo, Japan, vor Kurzem berichteten, tritt das ätiologisch hoch relevante CagA-Protein von Helicobacter in zwei Varianten auf, die sich auch in ihrem geografischen Vorkommen unterscheiden: die westliche und die ostasiatische Form.1 Manche transgene Mäuse mit dem Gen der westlichen CagA-Variante entwickeln zwar Magentumoren. Aber dies passiert deutlich seltener, wenn die transgenen Tiere die ostasiatische CagA-Form in sich tragen. Als Grund für diesen Unterschied vermuten die Forscher die unterschiedlich starke Bindung der CagA-Varianten an das Krebsgen namens SHP-2.

In derselben Magazinausgabe berichten Gastroenterologen aus Wakayama, dass im Hinblick auf Magenkarzinome eine Eradikationstherapie nur dann sinnvoll erscheint, wenn die Magenschleimhaut noch keine schweren Infektionsschäden aufweist.2 Grundlage dieser Schlussfolgerung ist eine longitudinale Kohortenstudie, an der über 3.600 Patienten beteiligt waren. Bei Studienteilnehmern mit schwereren Magenwandschäden entwickelten sich unabhängig davon, ob eradiziert wurde oder nicht, gleich viel Tumoren. Allerdings verlangsamte eine Eradikationstherapie das Fortschreiten der Krebserkrankung.

Quellen:

1 Miura, M et al.: International Journal of Cancer 2009; 125: 2497–504; doi: 10.1002/ijc.24740

2 Yanaoka, K et al.: ibidem: 2697–703; doi: 10.1002/ijc.24591

www.medizin-online.de/PH, Ärzte Woche 4 /2010

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