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Orthopädie 20. Jänner 2010

Schulbank schlimmer als Computerspiele

Eine Studie schließt PC-Gebrauch als primären Grund für Funktionsstörungen der Halswirbelsäule bei Kindern und Jugendlichen aus.

Untersucht wurden Personen im Alter von acht bis achtzehn Jahren im Hinblick auf funktionale Störungen im Nackenbereich. Verglichen wurden Vielnutzer, die mehr als eine halbe Stunde pro Tag vor dem Computer verbringen, mit Schülern, die so gut wie nie am Computer sitzen. Für beide Gruppen ist der Anteil an Funktionsstörungen vergleichbar: Im Volksschulalter sind PC-Geringnutzer mit etwa 65 Prozent, Vielnutzer mit 74 Prozent betroffen. Bei den älteren Schülern sind es  77 Prozent bei Geringnutzern und 80 Prozent bei Vielnutzern.
Mit rund 74 Prozent aller Schüler war der Schüleranteil mit bestehenden Funktionsstörungen insgesamt sehr hoch und tendenziell eine Verschlechterung mit zunehmendem Alter zu bemerken. Die Ursachen hierfür sind den Ergebnissen der Studie nach jedoch um einiges komplexer als der vermutete Computer-Gebrauch. Die Autoren weiteten die Studie darum auf die Nutzung anderer Multimedia wie Handy und Spielekonsole sowie auf das Freizeitverhalten der Heranwachsenden aus. Die Ergebnisse lassen jedoch auch hier keinen direkten Einfluss erkennen, so dass nun die oftmals völlig veraltete Ausstattung der Schulen als Verursachungsfaktor zur Frage steht.

Quelle: Widmann, Thomas: Manuelle Medizin 2009; 6: 423–33

www.springer.com/PH, Ärzte Woche 3/2010

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