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Misoprostol versus Oxytocin

Nicht in allen Weltregionen steht zur Kontrolle von Blutverlusten nach Vaginalgeburten Oxytocin zur Verfügung. In zwei Beiträgen in der Zeitschrift The Lancet wurden daher Studien vorgestellt, in denen eine alternative Methode untersucht worden war.

Eine Studie umfasste 9.348 Gebärende an vier Krankenhäusern in Ecuador, Ägypten und Vietnam, die zuvor kein Oxytocin erhalten hatten. Bei 10 Prozent der Frauen wurde eine primäre postpartale Hämorrhagie diagnostiziert. Ihnen wurde randomisiert 800 Mikrogramm Misoprostol oder 40 IU intravenöses Oxytocin verordnet. Die aktiven Blutungen konnte in Gruppen innerhalb von 20 Minuten in vergleichbarem Umfang kontrolliert werden. Allerdings trat der zusätzliche Blutverlust von über 300 Millilitern in der Misoprostol-Gruppe signifikant häufiger auf (30 Prozent) als in der Oxytocin-Gruppe (17 Prozent).
Eine weitere Studie analysierte Daten von 31.055 Gebärenden, die vorbeugend Oxytocin erhalten hatten, bevor sie in die zwei Wirkstoffgruppen aufgeteilt wurden. Wieder konnten die Blutungen in beiden Behandlungsschemata gleichermaßen gut kontrolliert werden, auch zusätzliche Blutverluste nach der Behandlung waren in beiden Gruppen vergleichbar. Schüttelfrost und Fieber waren unter Misoprostol signifikant häufiger anzutreffen.

Quelle: Blum, J.et al.: Lancet 2010; 375(9710): 217-23; doi: 10.1016/S0140-6736(09)61923-1

www.thelancet.com/PH, Ärzte Woche 3/2010

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