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Pflege 27. Jänner 2010

Wie viel Tod verträgt das Team?

Der Tod ist auf Palliativstationen immer gegenwärtig. Wie die Mitarbeiter das verkraften, was sie auffängt und was sie besonders stresst, wurde in einer deutschlandweiten Befragung untersucht.

Eine Umfrage mit 973 Personen an Palliativstationen ergab: Besonders diejenigen, die schon lange dabei waren, litten unter nicht erfüllten Ansprüchen an die eigene Arbeit. Eine große Nähe zum Patienten fand fast ein Viertel der Befragten belastend. Sind Patienten jung, haben junge Kinder oder ähneln einem selbst, wird die Situation für das Personal schwerer. Schnell aufeinander folgende Todesfälle werden als anstrengender empfunden als gleichmäßig mit Abständen erfolgende, auch wenn die Gesamtzahl in einer Zeitspanne gleich ist.
In Teams, in denen bei Belastung kaum miteinander kommuniziert wird, wird die Zukunft eher düster gesehen. Das Personal ist nah an der inneren Kündigung. Durchschnittlich geben die Mitarbeiter an, dass ihr Team rund vier bis fünf Todesfälle in einer Woche verkraften könne.
Was hilft, ist allem voran das Team, gefolgt von Humor und dem Privatleben. Die Autoren empfehlen, die Teamkommunikation zu stärken und die eigenen Ansprüche zu hinterfragen, um sie auf ein realistisches Maß zu bringen.

Quelle: Müller, M. et al.: Der Schmerz 2009, 23: 600–8; doi: 10.1007/s00482-009-0845-y

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