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Infektiologie 5. Jänner 2011

Influenza oder doch nur grippaler Infekt?

Österreicher kennen die Symptome des klassischen Influenzaverlaufs, unterschätzen aber das Risiko der Krankheit.

Eine von Karmasin Motivforschung durchgeführte, repräsentative Online-Studie zeigt, dass ein Großteil der Österreicher in der Lage ist, die typischen Symptome einer „echten Grippe“ zu erkennen, deren Gefährlichkeit und Kontagiosität aber unterschätzt.

Etwa 85 Prozent der Österreicher unterscheiden zwischen einer Influenza und einem grippalen Infekt. Auch bei der richtigen Zuordnung der typischen Symptome erwiesen sich rund zwei Drittel der Österreicher als sattelfest. Die größten Defizite zeigten sich in der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen. Hier hatten rund 40 Prozent der Befragten Probleme, zwischen den Symptomen der beiden Erkrankungen zu unterscheiden.

Unterschätztes Risiko

In Österreich werden jährlich zwischen 300.000 und 500.000 Influenza-Fälle registriert. Nur 15 Prozent der Befragten gehen jedoch davon aus, dass mehr als 400.000 Menschen pro Jahr in Österreich daran erkranken, der Großteil (42 %) schätzt, dass es mehr als 40.000 Menschen sind, und weitere 35 Prozent gehen von einer noch weitaus niedrigeren Zahl aus.

Dieses Bild, das deutlich zeigt, dass die Influenza eine gut bekannte, aber tendenziell unterschätzte Krankheit ist, spiegelt sich auch in der Einschätzung der mit dieser Erkrankung verbundenen Gefahren wider. Zwar sind sich 66 Prozent der Befragten bewusst, dass eine Influenza auch letal oder schwere Folgeerkrankungen nach sich ziehen kann. Demgegenüber steht allerdings die Tatsache, dass nur 48 Prozent der Respondenten die Influenza aufgrund ihres hohen Ansteckungspotenzials als gefährlich einstufen und lediglich 24 Prozent der Aussage zustimmen, dass die Influenza eine Gefahr sei, weil sie eine schwere Infektion der Atemwege ist.

Einschätzung des Bedrohungspotenzials

Bei der Einschätzung des von der Erkrankung ausgehenden Bedrohungspotenzials zeigen sich auch deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Bei 14- bis 19-Jährigen prägen die mit dem klassischen Verlauf verbundenen Symptome wie hohes Fieber (81 %) sowie der plötzliche Eintritt und die rasche Verschlechterung (63 %) die Gefährdungswahrnehmung.

In der Gruppe der über 50-Jährigen ist das Bewusstsein für die Gefahr schwerer Folgeerkrankungen am stärksten ausgeprägt (76 %), auch die Möglichkeit eines tödlichen Ausgangs (68 %) wird von dieser Gruppe tendenziell häufiger als von den anderen Altersgruppen als Gefahr wahrgenommen. Die über 50-Jährigen sind es auch, die in der Tatsache, dass die Influenza eine schwere Atemwegsinfektion ist, am häufigsten eine Gefahr sehen – allerdings teilen diese Einschätzung auch hier nur 34 Prozent. Überraschend ist, dass in dieser mehrheitlich als Risikogruppe zu betrachtenden Altersgruppe nur 44 Prozent im hohen Ansteckungspotenzial eine Gefahr sehen.

 

Quelle: Online-Studie zum Thema „Grippe“, durchgeführt von Karmasin Motivforschung im Auftrag der Firma Roche im Zeitraum vom 21. bis 22. Oktober 2010

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