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Influenza 9. November 2009

Die Grippewelle ist da

In Salzburg gab es gestern das zweite Todesopfer – die Bewilligungspflicht für Medikamente wurde aufgehoben.

Das Institut für Virologie hat gestern den Beginn einer „Grippewelle“ bekannt gegeben. Über 10.000 Neuerkrankungen gab es letzte Woche allein in Wien. Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger hat deshalb die Bewilligungspflicht für Medikamente gegen Grippe aufgehoben: „Somit ist jetzt sichergestellt, dass H1N1-PatientInnen, ohne in der Arztordination auf die Bewilligungsantwort der Krankenkasse warten zu müssen, unmittelbar ihr Rezept für das antivirale Grippemittel erhalten“, sagt Christoph Klein, stellvertretender Generaldirektor des Hauptverbandes.


Für antivirale Heilmittel, wie zum Beispiel Tamiflu war vom behandelnden Arzt/Ärztin eine chefärztliche Bewilligung einzuholen. Die Vorab-Bewilligung wird jetzt durch die Möglichkeit einer nachträglichen Prüfung ersetzt.

Zweiter Todesfall in Österreich

Im Krankenhaus Schwarzach (Pongau) ist am Dienstag ein 39-Jähriger an den Komplikationen durch Schweinegrippe gestorben. Der Mann sei bereits in akut geschwächtem Zustand ins Krankenhaus gebracht worden. Kurz nach Beginn der Intensivbehandlung sei er dann heute verstorben, sagte Landessanitätsdirektor Christoph König in der ORF-Sendung "Salzburg heute".

 

Eine Schweinegrippe-Infektion mit schwerem Verlauf gab es auch auf einer Intensivstation der Salzburger Landeskliniken (SALK). Ein 58-jähriger Risikopatient aus Oberösterreich wird beatmet und liegt im künstlichen Tiefschlaf. Der stark übergewichtige Mann wurde mit einer schweren Lungenentzündung und einem septischen Schock eingeliefert. Den übrigen vier Intensivpatienten geht es weitgehend unverändert.

"Impfung ist für Ärzte essentiell"

Während die Impfung für Risikogruppen von der Bevölkerung in den ersten Tagen erstaunlich gut aufgenommen wurde, richtete Ärztekammer Walter Dorner nochmals einen eindringlichen Appell an die impfmüde Kollegenschaft: "Die Impfung gegen den H1N1-Virus ist essentiell; vor allem auch für die Ärztinnen und Ärzte. Denn wer selbst gegen die Neue Grippe geimpft ist, schützt in weiterer Folge seine Mitmenschen.“

Einfache präventive Maßnahmen

Zur richtigen Vorbeugung zählten aber auch präventive Maßnahmen im Alltag. Wer seine Hände regelmäßig und gründlich mit Wasser und Seife wäscht, kann bereits das Risiko vermindern, sich oder andere mit Grippeviren zu infizieren. Ratsam ist es auch, große Menschenansammlungen nach Möglichkeit zu vermeiden. So die Ärztekammer in ihrer Aussendung.

"Die Neue Influenza zeigt in der Regel ein ähnliches Krankheitsbild wie die saisonalen Influenza und verläuft meistens milde. Doch ist die Gefahr einer zusätzlichen bakteriellen Infektion (Superinfektion, Anm.) virulent, worauf der Krankheitsverlauf besonders kritisch werden kann. Daher sollten sich die Risikogruppen ihrer Gesundheit zuliebe unbedingt impfen lassen", so Dorner abschließend.

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