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Hypertensiologie 18. August 2015

Für Prophylaxe ist es nie zu früh

Ein Versuch an einer chinesischen Grundschule scheint vielversprechend zu sein.

Zu hohem Salzkonsum und Bluthochdruck kann bereits in der Grundschule vorgebeugt werden, wie eine Studie aus China zeigt.

Viele Menschen werden bereits als Kind an salzige Speisen gewöhnt. Eine Veränderung dieser Esskultur, die als wichtige Ursache für Bluthochdruck gilt, müsse deshalb frühzeitig einsetzen, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Hochdruckliga e. V. (DHL®).

Der Salzkonsum von Kindern in Nordchina liegt im Durchschnitt um 40 Prozent über der von der WHO empfohlenen Menge von 5 g/d für Erwachsene. Erwachsene konsumieren dort die doppelte Menge. „Bluthochdruck unter Erwachsenen ist in China weit verbreitet, Schlaganfall und Herzinfarkt sind häufige Todesursachen“, wird Prof. Dr. Martin Hausberg, Vorstandsvorsitzender der DHL®-Mitteilung zitiert. Wie in den meisten Ländern sind auch in China Essgewohnheiten nur schwer zu verändern.

Ein internationales Forscherteam hat deshalb mit der „School-EduSalt“-Studie ( J. He. Feng et al., BMJ 2015; 350: h770 ) Grundschüler in den Fokus genommen und diesen im Unterricht vermittelt, dass zu viel Salz im Essen gefährlich sei und wie sie sich salzärmer ernähren können. Die Kinder haben das neu erworbene Wissen in die Familien getragen und tatsächlich das Koch- und Essverhalten der Erwachsenen verändert, am Ende des Schuljahres hatten die Kinder den Salzkonsum um ein Drittel und die Eltern um ein Viertel gesenkt, erläuterte Hausberg.

Bei den Kindern sank der systolische Wert um 0,8 mmHg, bei den Erwachsenen um 2,3 mmHg. Hausberg: „Studien haben gezeigt, dass dies langfristig die Zahl der Schlaganfälle um neun Prozent und die Zahl der Herzinfarkte um fünf Prozent senkt.“ In China würde dies nach einer Berechnung des Wolfson Institute of Preventive Medicine in London jährlich 153.000 Schlaganfälle und 47.000 Herzinfarkte vermeiden.

Ähnliche Ansätze könnten auch in unseren Schulen sinnvoll sein. Jedoch sehen DHL® das Problem in unseren Breiten vor allem in zu salzhaltigen Grundlebensmitteln.

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