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Mehr Selbstverantwortung für Hypertonie-Patienten.
 
Allgemeinmedizin 14. Dezember 2015

Therapie in Eigenregie

Hypertoniker ihren Blutdruck selbst messen zu lassen, ist üblich, die Therapieanpassung aber bislang Sache des Arztes. Dabei hat das Selbstmanagement bei geeigneten Hochrisiko-Patienten durchaus Vorteile.

Hochdruckpatienten mit gravierender kardiovaskulärer Komorbidität sind in der Lage, ihren Blutdruck nicht nur selbst zu messen, sondern auch die antihypertensive Medikation – auf der Basis eines vorgegebenen Stufenplans – selbstständig anzupassen. Das ist die erste Erkenntnis aus der jetzt veröffentlichten TASMIN-SR-Studie. Die zweite, noch wichtigere: Patienten mit einem solchen Selbstmanagement haben nach einem Jahr einen signifikant niedrigeren systolischen und diastolischen Druck als Patienten mit der üblichen Versorgung durch den Hausarzt.

Die Studienautoren haben die beiden Vorgehensweisen bei jeweils 276 Patienten in einer randomisierten Studie verglichen. Beim Selbstmanagement sollte der Blutdruck in der ersten Woche eines Monats täglich zweimal gemessen werden. Lagen vier dieser Messungen in zwei aufeinanderfolgenden Monaten über den Zielvorgaben, sollte die antihypertensive Therapie gemäß einem individuellen Schema intensiviert werden; bei sehr hohen Werten (>180/100 mmHg) war ein Arzt hinzuzuziehen.

Nach zwölf Monaten hatten die Patienten, die ihre Hypertonie selbstständig behandelten, einen Blutdruck von 128,2/73,8 mmHg. Unter Berücksichtigung des Ausgangsblutdrucks lag der systolische Wert damit um 9,2 und der diastolische um 3,4 mmHg niedriger als in der Vergleichsgruppe (137,8/76,3 mmHg). Ein signifikanter Vorteil des Selbstmanagements war bereits nach sechs Monaten zu erkennen.

McManus RJ et al.: JAMA 2014; 312 (8): 799–808

springermedizin.de, Ärzte Woche 38/2014

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