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Innere Medizin 7. Juli 2014

Gut gegen Tagesmüdigkeit, ungenügend gegen Hypertonie

CPAP-Therapie bessert zwar Blutdruckwerte, als Monotherapie bei Hypertonie reicht sie aber nicht aus.

Die Therapie eines obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndroms (OSAS) gilt als „Geheimtipp“ bei Patienten mit schwer einstellbarer Hypertonie. Ob die CPAP-Therapie hinsichtlich der Blutdruckeinstellung halten kann, was ihr zugeschrieben wird, wurde nun in einer Metaanalyse überprüft.

Bei der Durchsuchung von vier verschiedenen wissenschaftlichen Datenbanken fand man 1.599 Artikel mit insgesamt 31 randomisierten kontrollierten Studien, die CPAP mit anderen passiven oder aktiven Therapiemaßnahmen verglichen. Dabei wurden zum Vergleich auch die Schein-CPAP-Behandlung, alle medikamentösen antihypertensiven Therapieformen und nicht medikamentöse konservative Maßnahmen mit in die Untersuchung einbezogen. Insgesamt genügten 29 randomisierte kontrollierte Studien mit 1.820 Probanden den Einschlusskriterien.

Die Ergebnisse der Analyse: Es ergab sich eine Differenz von 2,6 ± 0,6 mmHg beim systolischen Blutdruck , beim diastolischen Blutdruck waren es 2,0 ± 0,4 mmHg zugunsten der CPAP-Therapie (p < 0,001).

Bei Studien, die auch eine Langzeitblutdruckmessung verwendeten und Daten zu Blutdruckwerten tagsüber und nachts untersucht haben, lag die Differenz zwischen CPAP-Therapie und allen anderen Verfahren bei 2,2 ± 0,7/1,9 ± 0,6 mmHg für den Blutdruck tagsüber sowie 3,8 ± 0,8/1,8 ± 0,6 mmHg für die nächtlichen Blutdruckwerte.

In einer Meta-Regressionsanalyse erwies sich ein hoher Apnoe-Hypopnoe-Index als assoziiert mit einem größeren Effekt der CPAP auf den Blutdruck.

„Die Untersuchung belegt zwar eine Wirksamkeit der CPAP-Therapie auf die Hypertonie, allerdings ist die Effektstärke so gering, dass sie in den wenigsten Fällen als alleinige Therapiemaßnahmen zur Einstellung des Blutdrucks ausreicht“, kommentiert Prof. Dr. Hermann Füeßl, Internist in München. „Man durfte das aus den Erfahrungen in der Praxis schon immer vermuten. Allerdings ist diese Frage für die praktische Betreuung von Patienten auch gar nicht besonders relevant. Für eine bloße Blutdrucksenkung im Bereich von 3 mmHg, die am Befinden der Patienten kaum etwas ändert, werden wohl die wenigsten bereit sein, die Unannehmlichkeiten einer nächtlichen CPAP-Therapie auf sich zu nehmen. Für die Motivation muss hier schon der subjektiv deutlich spürbarere Effekt einer Verringerung der Tagesmüdigkeit herhalten.“

Originalpublikation: Fava C et al.: Chest 2014; 145 (4): 762–71

springermedizin.de, Ärzte Woche 28/2014

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