zur Navigation zum Inhalt
© Gina Sanders / Fotolia.com
 
Allgemeinmedizin 11. April 2014

Weißkitteleffekt ausgetrickst

Bei der Blutdruckmessung in der Praxis kann der „Weißkitteleffekt“ die eigentlich normalen Werte in die Höhe treiben. Doch offenbar tritt dieser Effekt vor allem bei Ärzten auf. Bei Krankenschwestern ist der Blutdruck deutlich niedriger.

Insgesamt wurden 15 Studien analysiert. Bei allen wurde der Blutdruck der Teilnehmer (n=1.019) beim selben Klinikbesuch jeweils von einem Arzt und einer Krankenschwester gemessen. Wenn ein Arzt die Manschette um den Arm legte, war der Blutdruck der Personen im Schnitt um 7/4mmHg signifikant höher im Vergleich zur Messung der Krankenschwester. Ein Ergebnis, das durchaus Konsequenzen für die klinische Praxis haben könne, meinen die Autoren: Vielleicht sollte besser jemand anderes als ein Arzt den Blutdruck messen, wenn es darum geht, eine Hypertonie zu diagnostizieren und die Entscheidung über eine antihypertensive Therapie ansteht?

Es stehe außer Frage, dass Ärzte den Blutdruck ihrer Patienten weiterhin bei Routine-Untersuchungen überprüfen und beurteilen sollten, betonen die Autoren. Auch könne das Weißkittelphänomen nicht völlig ausgeschlossen werden, wenn eine Schwester den Blutdruck misst. Doch vielleicht wäre es sinnvoll, noch zusätzlich jemand anderen als einen Arzt messen zu lassen, um Überdiagnosen und unangebrachte Therapien noch besser zu vermeiden.

Clark CE et al.: BJGP 2014; 64 (621): e223–e232

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben