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Allgemeinmedizin 4. Dezember 2013

Vitamin D

Als Blutdrucksenker eine Enttäuschung.

Vitamin D erscheint vielen schon als neuer kardiovaskulärer Heilsbringer. Aktuelle Studiendaten dämpfen aber die aufkeimenden Hoffnungen.

Eine schottische Forschergruppe um Dr. Miles D. Witham aus Dundee untersuchte in einer placebokontrollierten Studie die Wirksamkeit von Vitamin D auf die Entwicklung kardiovaskulärer Erkrankungen.

Schon 2009 haben Witham und seine Kollegen eine Metaanalyse zum möglichen antihypertensiven Effekt einer Vitamin-D-Supplementierung vorgelegt. Ihr lagen acht in der Regel kleine und qualitativ unterschiedliche Studien zugrunde. Festgestellt wurden eine nicht signifikante Senkung des systolischen Blutdrucks und eine geringe, aber signifikante Abnahme der diastolischen Werte in der Vitamin- versus Placebo-Gruppe.

Für die aktuelle Studie (VitDISH Trial) hat die Gruppe 159 ältere Patienten mit isolierter systolischer Hypertonie rekrutiert. Die 25-Hydroxyvitamin-D-Spiegel lagen bei allen Teilnehmern unterhalb einer Schwelle von 30 ng/ml (im Mittel: 18 ng/ml). Den Patienten wurde ein Jahr lang alle drei Monate entweder Cholecalciferol (100 000 IE) oder Placebo oral verabreicht.

Blutdruckwerte unverändert

Erwartungsgemäß ließ die Behandlung in der Verum-Gruppe die 25-Hydroxyvitamin-D-Spiegel der Teilnehmer signifikant ansteigen. Der Blutdruck blieb dennoch von dieser Veränderung unberührt: Die Blutdruckwerte in beiden Gruppen unterschieden sich nicht signifikant. Auch bei sekundären Endpunkten wie 24-Stunden-Blutdruck, Endothelfunktion, Steifheit der Aorta oder Cholesterin- und Glukosespiegel zeigten sich keine Veränderungen.

Ebenso wie die Studienautoren will auch Dr. Edward Giovannucci von der Harvard-Universität in Boston, Verfasser eines begleitenden Editorials zur Studie, noch nicht völlig ausschließen, dass die Vitamin-D-Supplementierung doch einen gewissen Effekt auf den Blutdruck haben könnte. Bestenfalls, darin ist man sich einig, sei aber nur eine sehr moderate Senkung des Blutdrucks zu erwarten, von der möglicherweise, auch nur bestimmte Subgruppen – etwa jene mit erhöhten Parathormon-Spiegeln – profitieren würden.

springermedizin.de, Ärzte Woche 49/2013

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