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Diabetologie 25. November 2013

Viel Eiweiß zum Frühstück

Ordentlich Lachs und Käse am Morgen können Blutzuckerwerte senken.

Wer als Patient mit Typ-2-Diabetes gut und proteinbetont frühstückt, statt mittags oder abends seine Hauptmahlzeit zu sich zu nehmen, kann seine Blutzucker- und Blutdruckwerte signifikant verbessern. Diese simple Umverteilung von Nährstoffmenge und -zusammensetzung sollte als ein Therapiebestandteil erwogen werden.

Dieser Meinung ist zumindest Prof. Daniela Jakubowicz von der Universität Tel Aviv und sie verkündete dies bei der Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD) in Barcelona. Ihre Empfehlung stützt sich auf eine offene randomisierte, kontrollierte klinische Studie mit 59 Patienten, von denen 47 die 13-wöchige Untersuchung beendeten, die als Poster bei der Tagung präsentiert wurde.

Unregelmäßiges Frühstücken erhöht das Risiko für Adipositas, Diabetes Typ 2 und Hypertonie, darauf lassen Ergebnisse mehrerer Studien schließen. Im Gegenzug sei auch bekannt, dass das Abnehmen eher funktioniert, wenn die Hauptkalorienmenge morgens statt abends verzehrt wird, so Jakubovicz. Und: „Schlanke Frauen können ihre Insulinresistenz vermindern, wenn sie bei gleicher Gesamtkalorienmenge das meiste morgens essen.“ Daher habe man wissen wollen, ob das auch bei Menschen, die an Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt sind, möglich ist.

Die übergewichtigen oder adipösen Patienten wurden für die Untersuchung zu etwa gleichen Teilen in eine Gruppe mit großem (GF) und eine mit kleinem Frühstück (KF) randomisiert. Die Ernährungsweise war in beiden Gruppen in gleichem Maße leicht hypokalorisch. Prozentual war die Gesamtkalorienmenge bei der GF-Gruppe 33-25-25 auf drei Mahlzeiten am Tag verteilt, in der KF-Gruppe 13-33-33. Außerdem war die Energiemenge des Frühstücks aus Protein, Fett und Kohlenhydraten mit maximal 30-37-48 Prozent in der GF-Gruppe proteinbetont und in der KF-Gruppe mit maximal 18-22-70 Prozent kohlenhydratbetont.

Antidiabetikadosis bei vielen Gutfrühstückern gesenkt

Am Ende der Beobachtungszeit hatten sich in der GF-Gruppe im Mittel und nach Adjustierung der systolische Blutdruck, der HbA1c-Wert, die mittlere Blutglukose und der Nüchternzucker signifikant verringert im Vergleich zur KF-Gruppe. Der Unterschied machte beim Blutdruck im Mittel etwa 7 mmHg, beim HbA1c etwa 0,3 Prozentpunkte und bei der mittleren Glukose etwa 9 mg/dl aus.

In der GF-Gruppe konnte bei 31 Prozent, also neun Patienten, die Dosis der Antidiabetika reduziert werden, eine Erhöhung brauchte nur ein Teilnehmer. Dagegen kam es in der KF-Gruppe bei fast 17 Prozent, fünf Patienten, zu einer Dosissteigerung, ansonsten blieben die Dosierungen gleich. Zudem war das Hungergefühl bei den Patienten mit der Hauptmahlzeit am Morgen im Verlauf des Tages geringer. Bei der Gewichtsabnahme gab es keinen signifikanten Unterschied, er lag in beiden Gruppen bei etwa zwei Kilogramm mit einem leichten Vorteil in der GF-Gruppe.

Bedeutung des Frühstücks hervorheben

Als mögliche Ursache für den Blutdruckabfall nannte Jakubowicz, die an der Studie beteiligt war, eine Verbesserung der Insulinsensitivität mit konsekutiv verringerter Insulinsekretion, was sich positiv auf das adrenerge System auswirken kann. Dieser Effekt sei bei einer proteinreichen Mahlzeit am Morgen besonders ausgeprägt. Daher sei es wichtig, Diabetespatienten auf die Bedeutung des Frühstücks hinzuweisen und sie dazu zu ermuntern. Als Proteinquelle nannte sie Milch, Thunfisch, Lachs und Käse. Auch Süßigkeiten wie Kekse oder Kuchen würden vom Insulinstoffwechsel am Morgen besser toleriert als am Abend.

Literatur: Rabinovitz D et al. Diabetologie 56 (Supl. 1) S. 342, PS 861

springermedizin.de/IS, Ärzte Woche 47/2013

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