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Kardiologie 11. Juli 2013

Weiche(re)s Herz

Herzinsuffizienz: Neue Therapie-Option macht das Herz „weicher“.

 
Herzschwäche mit gleichzeitigem Lungenhochdruck ist ein wachsendes Gesundheitsproblem mit hoher Sterblichkeitsrate, vor allem bei älteren Menschen. Die Kardiologin Diana Bonderman von der Universitätsklinik für Innere Medizin II der MedUni Wien hat als Autorin einer multinationalen Phase II-Studie die Wirksamkeit einer Substanz nachgewiesen, die am so genannten Stickoxid-Pathway ansetzt und das Herz „weicher“ macht. Das sorgt nachweislich für eine deutlich verbesserte Lebensqualität.

 

Die Herzinsuffizienz gilt als „neue“ Volkskrankheit, in Österreich gibt es laut Experten-Schätzungen rund 250.000 Betroffene. Bonderman: „Die Substanz, ein ‚Soluble Gluanylate Cyclase Stimulator‘ bewirkt, dass das vergrößerte und verhärtete Herz ‚weicher‘ wird, dass es sich beim Schlagen, etwa nach einem Herzinfarkt, leichter tut. Dadurch wird der Druck der dabei in der linken Herzhälfte entsteht, verringert, wodurch in weiterer Folge auch der Lungendruck nicht mehr ansteigt bzw. vermindert wird. Es macht die Gefäße weit und sorgt dafür, dass die Leistung des Herzens besser wird.“

201 Betroffene waren in die aktuelle Studie, die nun im Top-Magazin Circulation publiziert wurde, involviert. Nach der Therapie gab eine überwiegende Mehrheit an, dass sich die Lebensqualität deutlich verbessert habe, dass alltägliche Tätigkeiten wie Einkaufen gehen oder Stiegen steigen leichter gefallen seien, fasst die Kardiologin das Ergebnis zusammen.

Herzversagen droht


Herzinsuffizienz und damit einhergehender Lungenhochdruck führen zu einer Leistungsminderung, zu Kreislaufstörungen und oft auch zu Atemnot im Liegen. Ohne Behandlung kann es zum Herzversagen kommen. Den Betroffenen fällt es schwer, längere Strecken zurückzulegen oder am normalen täglichen Leben teilzunehmen. Die Herzinsuffizienz ist die Unfähigkeit des Herzens, die vom Körper benötigte Menge Blut ohne Druckanstieg in den Herzvorhöfen, und davon ausgehend auch in den Lungen, zu fördern.

MedUni Wien: Hohe Kompetenz bei Herzinsuffizienz

Die MedUni Wien gilt als Kompetenzzentrum für Herzinsuffizienz – auch international. Unter den 17 Projektförderungen für klinische Forschung (KLIF), die bundesweit in den kommenden drei Jahren vom Wissenschaftsfonds (FWF) gefördert werden, befinden sich auch zwei MedUni Wien-Projekte zur Herzinsuffizienz: Jenes von Bonderman („Prognoseparameter bei Herzinsuffizienz mit erhaltener Linksventrikelfunktion“) und eines von Julia Mascherbauer von der Universitätsklinik für Innere Medizin II mit dem Titel „Quantifizierung der diffusen Myokardfibrose mit kardialer Magnetresonanztomographie“.

Vaskuläre und kardiale Medizin – einer der fünf Forschungscluster der MedUni Wien

Die vaskuläre und kardiale Medizin ist einer der fünf Forschungscluster der Medizinischen Universität Wien. In diesem und den anderen vier Fachgebieten werden in der Grundlagen- wie in der klinischen Forschung vermehrt Schwerpunkte an der MedUni Wien gesetzt. Die weiteren vier Forschungscluster sind Krebsforschung/Onkologie, Allergologie/Immunologie/Infektiologie, Neurowissenschaften und Bildgebung (Imaging).

Literatur:

Riociguat for Patients with Pulmonary Hypertension due to Systolic Left Ventricular Dysfunction: A Phase IIb Double-Blind, Randomized, Placebo-Controlled, Dose-Ranging Hemodynamic Study.” Diana Bonderman, Stefano Ghio, Stephan B. Felix, Hossein A. Ghofrani, Evangelos D. Michelakis, Veselin Mitrovic, Ronald J. Oudiz, Francis Boateng, Andrea-Viviana Scalise, Lothar Roessig and Marc J. Semigran. Circulation, June 17, 2013.
doi: 10.1161/circulationaha.113.001458

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