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Die neuen Empfehlungen der WHO ab 2013: Weniger als 2 g Natrium bzw. unter 5 g Kochsalz und mindestens 3,51 g Kalium pro Tag.
 
Innere Medizin 22. April 2013

Und sie senkt ihn doch!

Langzeitanalyse: Salzrestriktion senkt bei allen den Druck.

Eine Reduktion des täglichen Kochsalzverbrauchs über mindestens vier Wochen um etwas mehr als die Hälfte führt einer britischen Studie zufolge sowohl bei Normo- als auch bei Hypertonikern zu signifikanten Blutdruckabfällen. Die Werte für die Plasma-Reninaktivität, Aldosteron und Noradrenalin steigen gleichzeitig etwas an, während bei den Lipiden keine signifikanten Veränderungen erkennbar sind.
Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass mit der täglichen Kochsalzreduktion der Blutdruck und damit das kardiovaskuläre Risiko sinkt. Kürzlich erregte jedoch eine Metaanalyse von Graudal et al. Aufsehen, die nahelegte, eine Salzreduktion könne möglicherweise nachteilige Effekte auf den Hormon- und Lipidstoffwechsel haben und damit den Nutzen der Blutdrucksenkung abschwächen. Schwachpunkt der Analyse war allerdings, dass viele Kurzzeitstudien von zwei bis vier Wochen und Probanden mit sehr hohem Salzverbrauch und starken Absenkungen berücksichtigt wurden.

Um den Einfluss einer länger andauernden moderaten Kochsalzreduktion auf Blutdruck, Lipid- und Hormonwerte zu untersuchen, führten britische Wissenschaftler nun erneut einen systematischen Review und eine Metaanalyse randomisierter Studien durch. Insgesamt wurden 34 Studien mit 3230 Probanden berücksichtigt, die ihre Kochsalzaufnahme über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen bis hin zu einem Jahr um durchschnittlich 4,4 g/Tag (entsprechend dem Natriumgehalt im 24-h-Urin) verringert hatten. Daraus ergab sich eine mittleren Absenkung des systolischen Blutdrucks um 4,18 mmHg, der diastolische sank um 2,06 mmHg.

In der Meta-Regressionsanalyse war eine signifikante Dosis-Wirkungs-Abhängigkeit zwischen Salzaufnahme und Abfall des systolischen Blutdruckwertes erkennbar. Nach Adjustierung von Alter, ethnischer Zugehörigkeit und Blutdruckstatus (Hypertoniker, Normotoniker) war eine Salzreduktion von 6 g/Tag mit einem Abfall des systolischen Blutdrucks um 5,8 mmHg assoziiert. Die Drucksenkungen wurden bei Männern und Frauen im Alter zwischen 22 und 73 Jahren beobachtet.

In den Subgruppenanalysen ergab die Verminderung der Kochsalzaufnahme von 9,5 g/Tag auf 4,4 g/Tag über durchschnittlich fünf Wochen bei den Hypertonikern einen Blutdruckabfall von 5,39/2,82 mmHg. Die Normotoniker, die über durchschnittlich vier Wochen statt 8,9 g/Tag nur noch 4,4 g/Tag aufnahmen, erreichten eine Drucksenkung von 2,42/1,00 mmHg. Insgesamt zeigte die Salzrestriktion wie auch bereits in früheren Studien die stärksten Effekte bei Afrikanern, älteren Teilnehmern und Hypertonikern. Doch trotz dieser Unterschiede war die Wirkung über den längeren Zeitraum dennoch unabhängig von Blutdruck, Geschlecht und Ethnie signifikant erkennbar.

Kein Einfluss auf den Fettstoffwechsel

Die verringerte Salzaufnahme verkleinert das extrazelluläre Volumen und stimuliert das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System sowie das sympathische Nervensystem. Diese auch hier beobachteten kompensatorischen Effekte fallen längerfristig bei moderater Salzrestriktion offenbar geringer aus. Bei der Analyse der Hormonwerte zeigten sich entsprechende Veränderungen: Plasmareninaktivität 0,26 ng/ml/h, Aldosteron 73,2 pmol/l, Noradrenalin 187 pmol/l, Adrenalin 37 pmol/l. Andere Studien geben Hinweise darauf, dass sich diese Werte langfristig weiter anpassen. Keine signifikanten Effekte hatte die Salzrestriktion auf den Lipidstoffwechsel: Gesamtcholesterin 0,05 mmol/l, LDL 0,05 mmol/l, HDL –0,02 mmol/l und Triglyzeride 0,04 mmol/l.

Fazit der Autoren

Die Autoren gehen davon aus, dass bereits die Umsetzung der derzeitigen Empfehlungen, den täglichen Salzkonsum von 9–12 g auf 5–6 g zu reduzieren, einen deutlich erkennbaren Effekt auf die Blutdruckwerte haben wird. Sie meinen aber auch, dass mit einer Absenkung der Kochsalzaufnahme um weitere 3 g noch größere Auswirkungen auf den Blutdruck zu erreichen seien und dies letztlich das langfristige Ziel sein sollte.

 

Quelle: springermedizin.de

basierend auf: He FJ et al. Effect of longer term modest salt reduction on blood. Pressure. BMJ 2013;346:f1325

springermedizin.de, springermedizin.at

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