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Innere Medizin 23. Mai 2012

Einer von 50 Patienten

Ungünstige Prognose bei rascher Entwicklung einer resistenten Hypertonie.

Einer von 50 Patienten mit neu diagnostiziertem Bluthochdruck entwickelt innerhalb von nur 18 Monaten eine resistente Hypertonie. Diese geht mit einem um 50 Prozent erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen einher.

Laut Definition liegt ein resistenter Bluthochdruck vor, wenn der Blutdruck von drei oder mehr antihypertensiven Medikamenten nicht kontrolliert werden kann. Patienten, die eine resistente Hypertonie erleiden, droht nicht nur eine intensive Krankenkarriere, sondern auch eine schlechtere Prognose.

Aus diesem Grunde ist es wichtig zu wissen, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein neu diagnostizierter Hochdruck-Patient eine resistente Hypertonie entwickelt und in welchem Maße sein kardiovaskuläres Risiko dadurch erhöht wird.

Autoren der Universität in Denver/Colorado um Dr. Stacie Daugherty sind dieser Frage in einer retrospektiven Kohortenstudie am Kollektiv zweier Krankenkassen nachgegangen (Daugherty S.L., et al., Incidence and prognosis of resistent hypertension in hypertensive patients. Circulation 2012; DOI: 10.1161/CIRCULATIONAHA.111.068064). Untersucht wurden 205.750 Patienten, bei denen zwischen 2002 und 2006 ein Bluthochdruck neu diagnostiziert worden ist. Es zeigte sich, dass 1,9 Prozent der Patienten innerhalb von 1,5 Jahren eine resistente Hypertonie entwickelten, also etwa einer von fünfzig. Es handelte sich dabei öfter um Männer, ältere Patienten sowie um Diabetiker.

Jeder fünfte erleidet schon bald Komplikationen

Patienten mit resistenter Hypertonie hatten ein deutlich höheres Risiko, innerhalb der Beobachtungszeit von durchschnittlich 3,8 Jahren kardiovaskuläre Ereignisse (Tod, Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Nierenversagen) zu erleiden (18% vs. 13,5%). Das bedeutet: Fast jeder fünfte Patient mit resistenter Hypertonie erleidet in den ersten vier Jahren nach Diagnosestellung eine schwerwiegende Komplikation. Die Autoren empfehlen daher, diese Patienten früh zu erkennen und rechtzeitig intensive Maßnahmen einzuleiten, um die Prognose zu verbessern.

Warum Patienten mit resistenter Hypertonie trotz gleich langer Krankheitsdauer ein in der adjustierten Auswertung um 50 Prozent höheres Komplikationsrisiko aufweisen, bleibt Gegenstand der Spekulation. Die Autoren vermuten, dass bei diesen Patienten eine gesteigerte Aldosteron-Aktivität eine Rolle spielen könnte. Vielleicht sind aber einfach auch die schlechteren Blutdruckwerte die Ursache.

springermedizin.de/de
, Ärzte Woche 21 /2012

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