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Kardiologie 23. März 2016

Telemonitoring bei Herzinsuffizienz

Die Erfahrungen sprechen dafür, dass Fernuntersuchungen künftig eine wichtige Rolle spielen werden.

Metaanalysen weisen darauf hin, dass bei chronischer Herzinsuffizienz mithilfe von Telemonitoring sowohl die Mortalität als auch die Anzahl und Dauer von Krankenhausaufnahmen reduzieren werden können.

Angesichts von nach wie vor unbefriedigenden Behandlungsergebnissen bei Patienten mit Herzinsuffizienz besteht ein Bedarf nach verbesserten Versorgungsstrukturen. Telemonitoring bietet die Möglichkeit, die Versorgung von Patienten auch außerhalb des Krankenhauses zu verbessern. Mit den derzeit zur Verfügung stehenden Methoden können eine Reihe von krankheitsrelevanten Daten erfasst werden. Die Ergebnisse bisheriger Studien mit Telemonitoring sind insgesamt günstig. Es besteht jedoch kein Zweifel darüber, dass Telemonitoring nur dann sinnvoll eingesetzt werden kann, wenn es in eine entsprechende Versorgungsstruktur eingebunden ist.

Erwartungen sind hoch

Telemonitoring, das heißt, die Überwachung von vom Patienten zu Hause erfassten Gesundheitsdaten, wird in den letzten Jahren vermehrt im Management von Patienten mit Herzinsuffizienz eingesetzt. Die Erwartungen daran sind hoch (Tab. 1). Bislang wurden folgende Methoden eingesetzt:

1. Strukturierter Telefonkontakt mit Patienten (TELE-HF),

2. Telemetrische Erfassung von vom Patienten aktiv erhobenen nicht-invasiven Daten, z. B. Blutdruck, Herzfrequenz, Gewicht, Wohlbefinden, usw. (TIM-HF, HerzMobil Tirol),

3. Telemetrische Erfassung von Daten, welche durch implantierte Geräte erfasst werden. Im Prinzip können dabei Informationen zu (a) Herzfrequenz und Rhythmus (IN-TIME), (b) intravasalem Volumsstatus (SENSE-HF, DOT-HF) und (c) intrakardiale Drücken (COMPASS-HF, CHAMPION) erhoben werden.

Wiederholte Metaanalysen weisen darauf hin, dass bei chronischer Herzinsuffizienz mithilfe von Telemonitoring sowohl die Mortalität als auch die Anzahl und Dauer von Krankenhausaufnahmen wegen kardialer Dekompensation reduzieren werden können. Gleichzeitig konnte eine Kosteneffizienz für den Einsatz von Telemedizin gezeigt werden. Dem stehen nicht einheitliche Ergebnisse größerer Einzelstudien gegenüber. Während einige Studien wie TELE-HF oder TIM-HF keine eindeutige Verbesserung in so wichtigen Studienzielen wie Reduktion der Krankenhausaufnahmen oder Mortalität ergaben, wurden diese in anderen Studien ganz klar erreicht.

Zudem wird diese Form der Kommunikation auch die Möglichkeit für Patientenschulung bieten.

Dr. Gerhard Pölzl ist an der Univ.-Klinik für Innere Medizin III, Kardiologie und Angiologie Department Innere Medizin der Medizinische Universität Innsbruck tätig.

Der ungekürzte Originalartikel „Telemonitoring bei Herzinsuffizienz“ ist erschienen in „wmw skriptum“ 01/2016, © Springer Verlag

Die gesammelten Literaturhinweise zu diesem Artikel finden Sie auf www.springermedizin.at

Erwartungen an den Einsatz von Telemonitoring bei Herzinsuffizienz

• Unterstützung in der Optimierung der Medikation

• Frühzeitiges Erkennen einer Erkrankungsverschlechterung

• Verhinderung von akuter Dekompensation

• Reduktion der Mortalität, vor allem der herzinsuffizienzassoziierten Mortalität

• Reduktion von Krankenhausaufnahmen, vor allem von herzinsuffizienz-assoziierten Krankenhausaufnahmen

• Verbesserung der Lebensqualität

• Reduktion der Behandlungskosten

Gerhard Pölzl, Ärzte Woche 12/2016

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