zur Navigation zum Inhalt
© emrah oztas / Getty Images/iStockphoto
Das HIR Austria ist ein Internet-basiertes Register. Die Daten werden nach der Eingabe automatisch anonymisiert.
 
Kardiologie 4. Juni 2013

Aktueller Stand des Herzinsuffizienz-Registers

Immer mehr Zentren beteiligen sich am Österreichischen Herzinsuffizienz-Register.

An Neueinsteigern sind 2012/13 die Krankenhäuser Hartberg, Vöcklabruck und das SMZ-Ost hinzugekommen.

Derzeit sind im Herzinsuffizienz-Register (HIR) Austria Daten von insgesamt 4.619 Patienten erfasst (Stand Jänner 2013). Von 94 Prozent der Patienten (n=3.916/4.167) stehen Follow Up Daten zur Verfügung. Die stärksten Zuwachsraten an eingegebenen Patienten verzeichneten im Jahr 2012 die Zentren Salzburg, Krems, Elisabethinen Linz und Barmherzige Schwestern Linz. Die von der Firma Servier unterstützte Aktion ProHIR hat 192 Neuzugänge gebracht. Neue Zentren und niedergelassene Ärzte sind herzlich eingeladen, sich am HIR Austria zu beteiligen.

Die wichtigsten Zielsetzungen des Projekts sind, den Ist-Zustand seitens der Versorgung von Patienten mit Herzinsuffizienz zu erfassen, die nötigen Optimierungsschritte zu identifizieren und die dafür erforderlichen Ressourcen aufzuzeigen.

Das HIR wurde 2006 von der AG Herzinsuffizienz der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft gestartet. Ansprechpartner ist Univ.-Doz. Dr. Gerhard Pölzl, Innsbruck. Wichtiger Kooperationspartner ist die AG für niedergelassene Kardiologen. Eine HIR-Teilnahme ist nicht nur für ausgewiesene Zentren und allgemeine Krankenhäuser möglich. Auch niedergelassene Kardiologen, Internisten und Allgemeinmediziner können und sollen sich an diesem wichtigen Projekt beteiligen.

So funktioniert die Teilnahme

„Eintrittskarte“ für das Internet-basierte Register ist eine elektronische Zugangsberechtigung. Diese ist bei niedergelassenen Ärzten an die Person, ansonsten an das Zentrum gebunden. Ins System eingegeben werden ausschließlich Patienten mit gesicherter Herzinsuffizienz. Nach der Erstuntersuchung ist eine Verlaufsdokumentation nach 9-15 Monaten vorgesehen. Jedes beteiligte Zentrum, jeder beteiligte Arzt hat Zugriff auf die eigenen Daten. Zugang auf die Gesamtdaten hat ausschließlich der Leiter der AG Herzinsuffizienz der ÖKG und der Registerkoordinator. Allerdings steht jedem Nukleusmitglied auf Antrag bei der Arbeitsgruppe Herzinsuffizienz Einsicht in die Gesamtdaten zu. Eigene Daten dürfen in jeder Form publiziert werden, Publikationen, die auf den Gesamtdaten beruhen, erfolgen ausschließlich über die AG Herzinsuffizienz der ÖKG.

Bisherige wissenschaftliche Publikationen

Bislang wurden zwei Arbeiten und drei Abstracts veröffentlicht. In einem Abstract wird der Stellenwert der GGT als unabhängiger Prognoseparameter unterstrichen (M. Ess und G. Pölzl). Die Untersuchung zeigt, dass bei ambulanten Patienten mit leichter bis mäßiger Herzinsuffizienz ein GGT-Anstieg um mehr als 10 Prozent innerhalb eines Jahres mit einer schlechten Prognose verbunden ist. Dieses Abstract wird beim European Heart Failure Congress 2013 als Kurzvortrag präsentiert. Zwei weitere Abstracts von Pölzl zeigen, wie wichtig es ist, die in den Guidelines empfohlene medikamentöse Therapie umzusetzen. In beiden Arbeiten ist eine hohe Guideline Adhärenz mit einer Reduktion der Mortalität assoziiert. Dieser Effekt war - unabhängig von der Ausgangslage - an eine Dosisoptimierung gebunden („Guideline adherence in CHF: does dosage matter?“). Der Nutzen war hauptsächlich bei Patienten mit systolischer Dysfunktion nachzuweisen („Systolic rather than diastolic CHF benefits from adherence to treatment guidelines“). Erstere Arbeit wurde vor Kurzem zur Publikation beim European Heart Journal eingereicht.

Zwei weitere Arbeiten wurden im Journal für Kardiologie 2010 (G. Pölzl et al.) bzw. in der Wiener Klinischen Wochenschrift 2011 (F. M. Fruhwald et al.) publiziert. Die Publikation von Fruhwald et al. zeigt, dass die Höhe des Ruhepulses und das Ausmaß der funktionellen Einschränkung wichtige prognostische Parameter bei herzinsuffizienten Patienten sind. In der Arbeit von Pölzl et al. wird das HIR Austria vorgestellt und gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit, innerhalb eines Jahres zu versterben oder wegen kardialer Dekompensation hospitalisiert zu werden, für Patienten mit fehlender leitliniengerechter Therapie selbst nach Adjustierung für wichtige Einflussgrößen (Alter, NYHA-Stadium, Geschlecht und NT-proBNP) um 52 Prozent höher als mit einer optimierten Therapie. Ärzte und Zentren, die sich an am Österreichischen Herzinsuffizienz Register beteiligen möchte, sind im Namen der ÖKG herzlichst eingeladen, sich zu informieren.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben