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Telemedizin 29. April 2013

Telemonitoring bei Lunge und Herz

Von Rückschlägen nicht entmutigen lassen.

Die Telemedizin hat es nicht leicht im Moment. Die Evidenzsituation bei zwei der Kernindikationen für das Telemonitoring, der Herzinsuffizienz und der COPD, hat sich in den letzten Jahren eingetrübt.

Prof. Dr. Hugo Katus, Universitätsklinikum Heidelberg, und Prof. Dr. Michael Pfeifer, Universität Regensburg, äußerten sich am DGIM-Kongress dennoch überzeugt, dass sowohl Herzinsuffizienz als auch COPD sehr gute Indikationen für die Fernüberwachung seien. „In der Kardiologie müssen wir allerdings die Patientengruppen, die vom Telemonitoring profitieren, genauer definieren“, sagt Katus.

Während relativ breit angelegte Studien der letzten zwei Jahre keine signifikante Verringerung von Klinikeinweisungen ergaben, führte in der Studie CHAMPION die telemedizinische Überwachung des pulmonal-arteriellen Drucks zu einer hoch signifikanten Verringerung kardiovaskulärer Endpunkte.

Katus: „Das macht schon Mut: Wenn wir die richtigen Patienten und Parameter überwachen, können wir bei kritisch kranken Patienten viel erreichen.“

Für COPD und Asthma berichtete Pfeifer über mehrere aktuelle Studien, in denen die telemedizinische Überwachung der Lungenfunktion zwar eine hohe Patientenakzeptanz genoss, nicht aber Exazerbationen und Klinikeinweisungen reduzierte. Trotzdem sieht Pfeifer weiterhin ein hohes Potenzial für Telemonitoring bei COPD. Die Datenlage berechtige aber noch nicht zu einer breiten Anwendung. Unabhängig von COPD wies Pfeifer auf drei weitere pneumologische Telemonitoring-Indikationen hint: Schon etabliert ist die Überwachung der Lungenfunktion nach Lungentransplantation. Interessant sei darüber hinaus Telemonitoring von ambulanten Beatmungspatienten und Patienten mit pulmonaler Hypertonie.

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