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Prof. Dr. Burkert Pieske Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts für Translationale Herzinsuffizienzforschung
 
Kardiologie 8. Februar 2012

LBI für Translationale Herzinsuffizienzforschung

Die MedUni Graz widmet sich der Erforschung von Ursachen und neuen Therapien zur Behandlung der Herzmuskelschwäche.

Das unter der Leitung von Prof. Dr. Burkert Pieske in Graz eingerichtete Ludwig Boltzmann Institut für Patient Centered Care(LBI HF) wird in den nächsten sieben Jahren intensiv neue Methoden zur Früherkennung und ursächlichen Behandlung der Herzinsuffizienz erforschen.

 

Neben der systolischen Herzinsuffizienz ist ein Schwerpunkt der Forschung die Herzinsuffizienz mit erhaltener Auswurfleistung, aber gestörter Erschlaffung des Herzmuskels, die diastolische Herzinsuffizienz.

Während die derzeit bekannten Medikamente bei systolischer Herzinsuffizienz die Lebensqualität verbessern und die Lebenserwartung erhöhen können, gibt es bei der diastolischen Herzinsuffizienz bisher keine wirksame medikamentöse Therapie. Es leiden bis zu 50 Prozent aller Herzinsuffizienz-Patienten an diastolischer Herzinsuffizienz.

Herzinsuffizienz betrifft derzeit mehr als 200.000 Menschen in Österreich, mit steigender Tendenz. Einschränkungen im Alltag und häufige Krankenhausbesuche verringern die Lebensqualität der Betroffenen und stellen darüber hinaus einen wesentlichen gesundheitsökonomischen Faktor dar. Die Kosten betragen etwa € 340 Mio./Jahr. Die Sterblichkeit bei Herzinsuffizienz liegt mit über 50 Prozent innerhalb von 5 Jahren höher als bei vielen Krebserkrankungen. Die einzige Therapiemöglichkeit bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz ist die Herztransplantation.

Verknüpfung der Grundlagenforschung mit klinischer Forschung

Eine Stärke des neuartigen Forschungskonzepts des LBI HF ist die inhaltlich und räumlich enge Verknüpfung der Grundlagenforschung mit der klinischen Forschung, und zwar in einem translationalen Institut. Es ist das einzige speziell auf Herzinsuffizienzforschung ausgerichtete Institut in Österreich.

Prof. Dr. Burkert Pieske dazu: „Die Med Uni Graz hat die kardiovaskuläre Forschung als erklärten Forschungsschwerpunkt und bietet mit über 70 aktiven Wissenschaftern in diesem Bereich ein optimales Umfeld für wissenschaftliche Kooperationen und die Einbindung des LBI HF in internationale Forschungsnetzwerke.“

Im LBI HF arbeiten 18 Wissenschafter in enger Kooperation mit den Partnern des Instituts, der Medizinischen Universität Graz, Bayer HealthCare Pharmaceuticals, dem AIT Austrian Institute of Technology, der Karl-Franzens-Universität Graz, der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse und der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft zusammen. Durch die Zusammenarbeit akademischer Zentren, industrieller Partner, Krankenversorgungsträger und Krankenkassen wird eine zielorientierte, effiziente und rasche Umsetzung der Forschungs- und Innovationsziele angestrebt. Für die ersten vier Jahre bekommt das Institut rund € 5,6 Millionen von den Partnern und von der Ludwig Boltzmann Gesellschaft.

 

Quelle: MedUni Graz

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