zur Navigation zum Inhalt
 
Kardiologie 13. Februar 2012

Ex-DHF-Pilotstudie

Bewegungstraining für Patienten mit diastolischer Herzinsuffizienz.

Belastbarkeit und Lebensqualität von Patienten mit diastolischer Herzinsuffizienz lassen sich durch strukturiertes körperliches Training deutlich erhöhen. Anknüpfend an diese in einer deutschen Pilotstudie gezeigte Wirkung wird derzeit in einer großen Studie geprüft, ob ein solches Training auch die Prognose verbessern kann.

 

Anders als bei Herzinsuffizienz mit systolischer Dysfunktion sind die therapeutischen Möglichkeiten bei diastolischer Herzinsuffizienz begrenzt. Dabei ist die diastolische Herzinsuffizienz keineswegs selten: Bei nahezu 50 Prozent aller Patienten mit den typischen Symptomen einer Herzschwäche ist die linksventrikuläre Auswurffraktion noch weitgehend normal.

Auch über den Stellenwert von körperlichem Training ist bei dieser häufigen Form der Herzinsuffizienz bislang kaum etwas bekannt. Eine Gruppe deutscher Mediziner um Dr. Frank Edelmann aus Göttingen hat deshalb Initiative ergriffen und eine Pilotstudie gestartet.

In der Ex-DHF-Pilotstudie (exercise training in diastolic heart failure) haben von 64 Patienten mit Herzinsuffizienz und normaler linkventrikulärer Auswurffraktion (höher als 50 Prozent) zwei Drittel im Zeitraum von drei Monaten regelmäßig ein überwachtes Kraft- und Ausdauertraining absolviert. Ein Drittel ohne entsprechende Bewegungsübungen fungierte als Kontrollgruppe.

Lebensqualität verbessert

Bei Patienten mit strukturiertem Training war nach der Trainingsphase spiroergometrisch eine signifikante Zunahme der maximalen Sauerstoffaufnahme festzustellen. In der Kontrollgruppe gab es dagegen keine Veränderungen. Echokardiografische Messungen ergaben in der Trainingsgruppe zudem eine signifikante Verbesserung der linksventrikulären Füllungsfunktion in der Diastole sowie eine signifikante Abnahme des linksatrialen Volumenindex als Zeichen für ein „reverse remodeling“ im linken Vorhof. Diese günstigen Veränderungen gingen einher mit einer deutlich erhöhten Lebensqualität.

Effekt auf Prognose klären

In der wesentlich größeren Ex-DHF-Studie soll jetzt geprüft werden, ob sich durch ein kontinuierliches und individuell zugeschnittenes körperliches Trainingsprogramm bei Patienten mit diastolischer Herzinsuffizienz nicht nur Symptomatik und Belastbarkeit, sondern auch die Mortalität und die Rate der Klinikeinweisungen günstig beeinflussen lassen.

springermedizin.de
, Ärzte Woche 6 /2012

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben