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© Sammlung Hubmann / picture alliance
Drei Damen und ein Herr beim Radfahren im sogenannten „Grünen Prater“. Nur hier war um 1895 Fahrradfahren überhaupt erlaubt. DieFotografie stammt von Karl Demel.
 
Leben 1. Juni 2016

Nachrichten aus der Rad-Steinzeit

1818 tauchten in Wien die ersten hölzernen Laufräder auf. Die exotische Sportart wurde auf Nebenwege verbannt.

Bereits ein Jahr nach der Erfindung des ersten Laufrads durch Karl Freiherr Drais von Sauerbronn 1817 gab es in Wien die ersten Nachbauten. Damit beginnt die Geschichte des Rades in Österreich, das ursprünglich noch ganz aus Holz war.

Die erste Materialrevolution fand um 1860 in Frankreich statt. Die Brüder Pierre und Ernest Michaux entwickelten das hölzerne Laufrad zum Tretkurbelrad, dem Vélocipède, weiter. Das Rad verfügte über einen Kurbelantrieb am Vorderrad, Pedale und eine Bremse. Ab 1869 wurden solche Räder auch in Wien hergestellt. Die Engländer und ihr Faible für Hochräder erfassten die Hauptstadt der k. und k. Monarchie um 1880. Zu dieser Zeit gewann das Fahrrad generell an Bedeutung im Straßenverkehr.

Es kam zu einer Entwicklung von verschiedenen Fahrradtypen, vor allem durch technische Veränderungen und das Aufkommen von Kugellager, Radnaben, Pedalen, Metallfelgen und –speichen sowie Reifen aus Vollgummi. Neben dem Hochrad (auch „Bicycle“) entstanden das „Tricycle“ (Dreirad mit zwei Hinterrädern) und ab Mitte der Dekade das Niederrad (auch „Safety-Bicycle“) mit Kettenantrieb, das dem heutigen Fahrrad schon sehr nahe kommt. Etwa ab 1891 begann sich der Pneumatik-Reifen von Dunlop hierzulande durchzusetzen.

Das Fahren mit den frühesten Formen des Fahrrads wurde anfangs in Wien im Straßenverkehr verboten. Räder waren geräuschlos und damit eine potenzielle Gefahr für die Passanten und Pferdefuhrwerke. Nur auf wenigen Wegen, etwa im Prater, war das Radln erlaubt. Radfahren wurde als Sport oder Freizeitbeschäftigung angesehen.

Der erste Verein, der sich dem neuen Fortbewegungsmittel annahm, war der im September 1869 gegründeten „Wiener Vélocipède-Club“. Dieser veranstaltete auch das erste für Wien belegte Fahrradrennen, das am 29. Mai 1870 auf der Feuerwerkswiese im Prater stattfand. Das erste Hochradrennen fand am 11. Juni 1882 am Trabrennplatz hinter der Rotunde, die aus Anlass der Wiener Weltausstellung errichtet worden war, statt. Zu Beginn der 1880er-Jahre wurden Klubs gegründet. Mitglieder waren Gewerbetreibende, Kaufleute, Beamte, Angestellte und Adelige. Um die Jahrhundertwende wurde das Fahrrad bereits beruflich eingesetzt. Briefträger, Firmenboten, Polizisten und Ärzte strampelten sich ab.

Quelle: Wien Geschichte Wiki

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