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Endokrinologie 22. Mai 2014

Höhepunkte der Thyreologie

Eine historische Vignette.

Die vorliegende Übersicht gibt einen historischen Überblick über die Entwicklung des Verständnisses der benignen Erkrankungen der Schilddrüse, und die Möglichkeiten, diese zu behandeln.


Erkenntnisse vom 3. Jahrtausend vor Christus bis ins 19. Jahrhundert ergeben, dass ein mit der Nahrung aufgenommener Stoff zur Vermeidung von Kropf notwendig ist, dass Kröpfe (die in gebirgigen Gegenden gehäuft vorkommen) oft mit Kretinismus einhergehen und dass die Schilddrüse ein Organ ist, deren 2 Lappen durch einen Isthmus verbunden sind.
Kurz nach der Entdeckung des Halogens Jod (1811) erkennt man schon seine Bedeutung zur Behandlung und Vermeidung vom Strumawachstum. Die Klinik der Hyperthyreose wird bereits genau beschrieben, nur dauert es eine gewisse Zeit, bis man sie einer Überfunktion der Schilddrüse zuordnet.

Die Klärung der Ätiologie der autoimmun-bedingten Hyperthyreose erfolgte erst ab der Mitte des 20. Jahrhunderts.
Therapeutisch war anfangs die Kropfexstirpation die einzige Möglichkeit. Wien und Bern waren die Zentren mit der weltweit besten Expertise. Zur Behandlung des nachfolgenden Myxödems wurden Extrakte von Schaf-Schilddrüsen verwendet. Radiojod wird seit 1946 routinemäßig zur Behandlung der Hyperthyreose und auch des Schilddrüsencarcinoms eingesetzt. Seit 1943 stehen die Thyreostatika unverändert zur Therapie der Hyperthyreose zur Verfügung.

Die verschiedenen Arten der Entzündung der Schilddrüse werden ab Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts beschrieben. Die Pathogenese der chronischen Autoimmunthyreoiditis wurde 1956 geklärt, wobei auf das außergewöhnliche Schicksal des Erstbeschreibers, Dr. H. Hashimoto eingegangen wird.

Das Schilddrüsenhormon Thyroxin wurde anfangs des 20. Jahrhunderts entdeckt. Die Synthese gelang etwa 10 Jahre danach. Die Existenz des 3,5,3‘-trijodthyronins (T3) wurde Anfang der 50er Jahre nachgewiesen. Die ursprünglich vermutete Bedeutung der extrathyreoidalen Konversion des Thyroxins zum biologisch aktiveren T3 wird 1970 bestätigt. Durch die Entwicklung des Radioimmunoassays und verwandter Methoden können heute alle für die moderne Diagnostik von Erkrankungen der Schilddrüse notwendigen Hormone exakt routinemäßig gemessen werden.

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