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Erschreckend viele alte Menschen wollen ihrem Leben ein Ende setzen.
 

Suizidalität im Alter

Jeder 14. Senior denkt ans Schlussmachen.

Suizidalität unter älteren Menschen ist ein bekanntes Phänomen. Doch geht dies eher auf akute Depressionen oder eine unbewältigte Traumaerfahrung zurück?

Den Zusammenhang von suizidalen Gedanken mit Depressivität, traumatischen Erfahrungen und einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), z. B. nach Kriegserlebnissen, untersuchte eine repräsentative deutsche Bevölkerungsstichprobe mit 1.659 60- bis 85-Jährigen.

Die Punktprävalenz von Suizidabsichten zum Erhebungszeitpunkt betrug 7,3 Prozent; mehr als jeder 14. befragte Senior dachte also aktuell daran, sein Leben selbst zu beenden.

Dabei berichteten Menschen mit Suizidabsichten häufiger von traumatischen Erfahrungen, mehr kriegsassoziierten traumatischen Erlebnissen, ausgeprägteren depressiven und posttraumatischen Symptomen und waren auch häufiger von einer PTBS betroffen als solche ohne Suizidgedanken. Die Regressionsanalyse ergab eine signifikante Assoziation von traumatischen Erfahrungen und PTBS mit Suizidalität (OR 1,16 bzw. 3,33).

Diese signifikanten Assoziationen verschwanden allerdings bei Berücksichtigung der Depressivität, die die Wahrscheinlichkeit von Suizidgedanken um 61 Prozent erhöhte (OR 1,61). Die Autoren gehen nach ihren Analysen daher davon aus, dass komorbid auftretende depressive Symptome für die höheren Raten von Suizidgedanken bei traumatisierten Personen verantwortlich sind.

Quelle: Glaesmer et Brähler: DGPPN-Kongress 2012, P036-003

springermedizin.de, Ärzte Woche 4/2013

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