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Allgemeinmedizin 5. Oktober 2012

Kärntner holen sich ihre Kraft zurück

Mit der Vorsorgeaktion "Hol dir deine Kraft zurück" erzielten Kärntens Apotheken einen großen Erfolg.

Bei diesem von Gesundheitsreferent LHStv. Peter Kaiser unterstützten österreichweit einzigartigen Projekt wurden Kunden im Alter von 60+ in einem dreimonatigen Programm beim (Wieder-)Aufbau ihrer Muskelkraft unterstützt. 70 Apotheken beteiligten sich kärntenweit an der Aktion.

 

Über 1.700 Personen zeigten Interesse an der Aktion, ausgewertet wurden die Daten von 819 Teilnehmern. 98 von ihnen haben das dreimonatige Programm komplett absolviert. Präsentiert wurden die Details in einer gemeinsamen Pressekonferenz von Kaiser, dem Präsidenten der Apothekerkammer Kärnten, Paul Hauser, Vizepräsidentin Melanie Zechmann, dem Leiter des Instituts für Physikalische Medizin und Rehabilitation im Geriatriezentrum am Wienerwald, Dr. Klaus Hohenstein, sowie dem Leiter der Akutgeriatrie/Remobilisation am Klinikum Klagenfurt, Dr. Georg Pinter.

 

Die Ergebnisse der Aktion zeigen: 27 Prozent der getesteten Frauen und 20 Prozent der Männer sind als muskelschwach einzustufen. Für 26 Prozent der Frauen und 20 Prozent der Männer besteht ein erhöhtes Sturzrisiko. Durch das Trainingsprogramm wurde deutlich: Wer regelmäßig etwas für seinen Körper tut, baut Kraft auf und das Sturzrisiko ab.

 

Erfreut über den Erfolg und den großen Zuspruch zur Aktion zeigt sich Gesundheitsreferent LHStv. Kaiser: "Kärnten kann mehr. Über 1.700 Interessierte zeigen, dass das Bewusstsein für die eigene Gesundheit in Kärnten weiter steigt und wir auf dem richtigen Weg sind, Kärnten zum gesündesten Bundesland Österreichs zu machen", betonte Kaiser.

 

Er werde als Gesundheitsreferent weiter alles tun, um allen und Kärntnern die Möglichkeit zu geben, ihre Gesundheit eigenverantwortlich zu stärken. Der Gesundheitsreferent verwies auf die steigende Lebenserwartung und die demografische Entwicklung: "Heute liegt die Lebenserwartung in Kärnten im Durchschnitt bereits bei 82 Jahren und die Zahl der über 65jährigen wird bis zum Jahr 2025 um über 33.000 ansteigen, was bedeutet, dass auch die Zahl der Sarkopenie-Betroffen steigen wird. Umso wichtiger ist es, klar zu machen: Jede und jeder kann selbst gegensteuern", so Kaiser.

 

Unterstützung kommt von Apothekerkammerpräsident Paul Hauser, der ebenfalls eine positive Bilanz zur Sarkopenie-Vorsorgeaktion zieht: "Wenn wir Apotheker im Vorsorgebereich tätig werden, nehmen das die Menschen sehr gerne an. Die Hemmschwelle ist in der Apotheke geringer als in anderen gesundheitlichen Einrichtungen. Wer sich ein paar Minuten für die eigene Gesundheit nahm und regelmäßig übte, holte sich tatsächlich seine Kraft zurück.

Sarkopenieprävention mithilfe der Apotheker 

 

Für Vizepräsidentin Melanie Zechmann ist es wichtig, dass die Apotheken jetzt am Thema Sarkopenie dran bleiben. "Wir haben festgestellt, dass viele ältere Menschen sportlich sind und über eine gute Konstitution verfügen. Andere konnten wir wegen ihres sarkopenischen Zustandes überzeugen, mehr Bewegung zu machen und auf die Ernährung zu achten", so Zechmann. Es war zudem schön zu beobachten, wie positiv sich regelmäßige Kraftübungen und die Einnahme von Eiweiß-Shakes schon nach drei Monaten ausgewirkt hätten.

 

Für die Auswertung der Ergebnisse war Dr. Klaus Hohenstein, Leiter des Instituts für Physikalische Medizin und Rehabilitation im Geriatriezentrum am Wienerwald, zuständig: "In die Untersuchung wurden mobile Apothekenkunden über 60 Jahren eingeschlossen. 1.771 Personen zeigten Interesse an der Aktion. Die Auswertungen von 819 Teilnehmern konnten komplett erfasst werden. Dabei erwiesen sich die Kärntner als gut ernährt mit einem sehr geringen Anteil Untergewichtiger und stark Übergewichtiger (jeweils 3 Prozent), sowohl bei Männern und Frauen. "Dennoch waren bei der Handkraftmessung und beim Aufstehtest etwa ein Viertel der Frauen und ein Fünftel der Männer als schwach und sturzgefährdet einzustufen. Die Personen, die ein Heimtrainingsprogramm absolvierten, zeigten sowohl eine Kraftzunahme als auch eine Verringerung des Sturzrisikos", betonte Hohenstein. Personen, die darüber hinaus zusätzlich ein Proteinshake einnahmen, profitierten in dieser Untersuchung noch etwas mehr.

 

Für Pinter liefert die Aktion den Beleg, dass auch ältere Menschen trainierbar sind und selbst viel für ihre Gesundheit tun können: "Es ist nie zu spät, damit zu beginnen", so Pinter.

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