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Innere Medizin 4. Dezember 2013

Zuviel Harnsäure kann auch an den Genen liegen

Bei symptomatischer Hyperurikämie muss der Harnsäurewert gesenkt werden, zunächst ohne Medikamente. Klappt das nicht, liegt es nicht zwangsläufig an mangelnder Compliance des Patienten. Vor der Verordnung von Harnsäuresenkern stehen nicht-medikamentöse Maßnahmen. Doch auch eine Lebensstiländerung mit purinarmer Ernährung, moderatem Abspecken und reduziertem Alkoholkonsum hat meist nur einen mäßigen Erfolg. Der Harnsäure-Zielwert im Serum von unter 6mg/dl wird in der Regel nicht erreicht.

Hier die Compliance des Patienten infrage zu stellen, kann zu kurz greifen. Denn Forscher haben in einer genomweiten Assoziationsstudie 18 Gen-Orte identifiziert, die mit erhöhten Harnsäurespiegeln korrelieren. Diese „Gicht-Gene“ erklären, warum Patienten trotz hundertprozentiger Compliance noch Gicht-Attacken haben. Die Forscher identifizierten auch Gene, die für einen niedrigen Harnsäurespiegel stehen. Dank jener Gene sind diese Menschen natürlich vor einer Gicht geschützt.

Köttgen A et al.: Nat Genet 2013; 45 (2): 145–54

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