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Immunologie 2. September 2013

Wenn Impfungen nicht ansprechen ...

…kann das verschiedene Ursachen haben.

Impfversagen betrifft zwischen ein und zehn Prozent. Die Gründe dafür waren bisher unbekannt. Forscher vom Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der MedUni Wien haben nun festgestellt, dass es kein einheitliches Muster für Impfversagen gibt, sondern dass die Ursache je nach Impfung und Person verschieden ist.

Untersucht wurde der Grund für das Nichtansprechen auf die FSME- und die Influenza-Impfung bei Menschen, die zuvor keinen oder geringen Schutz gegen FSME oder Hepatitis B aufbauen konnten. Bei Menschen, die auf die FSME-Impfung nicht mit der Bildung von Antikörpern reagierten, blieb das auch bei einer neuerlichen FSME-Impfung so. Bei diesen Non-Respondern handelte es sich um vorwiegend ältere Menschen. Sie bildeten auf das injizierte Antigen keine Antikörper und keine zelluläre Immunität, was dafür spricht, dass daran ein Alterungsprozess im Immunsystem beteiligt ist.

Das Nichtansprechen bei diesen Personen war aber auf FSME beschränkt, denn sie reagierten auf die Influenza-Impfung. „Das mag unter anderem dadurch erklärt werden, dass sie im Laufe ihres Lebens immer wieder in Kontakt mit Influenza-Viren kommen. Das Immunsystem erinnert sich an die Viren und reagiert darauf“, meint Prof. Dr. Ursula Wiedermann-Schmidt.

Genetische Veranlagung

Ein anderes Muster zeigte sich bei den Personen, die nach einer Hepatitis-B-Impfung als Non-Responder eingestuft wurden und deren Immunantwort auf FSME- und Influenzaimpfungen untersucht wurde. Diese Impfversager hatten schon vor der Immunisierung hohe Interleukin-10-Werte, was die Immunantwort bremst. Bei dieser Gruppe liegt das Impfversagen eher in bestimmten HLA-Subtypen begründet. Dennoch zeigten sie ausreichende Antikörper gegen die Impfstoffe, was auf durch frühere FSME- und Influenzaimpfungen erworbene Gedächtniszellen zurückzuführen sei, so Wiedermann-Schmidt. Die Frage ist, wie diese Personen auf neue bzw. erstmalige Impfungen reagieren.

Garner-Spitzer E et al.: J Immunol 2013; 191 (5): 2426-36

MedUni Wien, Ärzte Woche 36/2013

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