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© Boris Roessler/dpa
Plakative Kritik: Ein Schlankheits-Hormon, dass diesen Namen verdient, gibt es nicht.
 
Endokrinologie 25. August 2015

Irisin gibt es wirklich, wozu ist noch unklar

Massenspektrometrische Bestätigung durch Forscherteam der Harvard Medical School, die Irisin-Konzentration im Menschen ist aber äußerst gering.

Um das „Schlankheitshormon“ Irisin streiten Forscher seit seiner Entdeckung 2012 – und jahrelang darüber, ob es existiert oder nur ein Messfehler im Labor ist. Zumindest das widerlegen nun die Entdecker des Irisins, Bruce Spiegelman und Kollegen von der Harvard Medical School in Boston: In ihrer neuen Arbeit weisen sie das Hormon (http://goo.gl/Vlp2Kc) mit der Massenspektrometrie sicher nach.Das Team hatte die Theorie entwickelt, dass durch körperliche Aktivität Irisin verstärkt hergestellt werde und dadurch mehr davon im Blut zirkuliere. Es sorge dafür, dass sich ungesundes weißes Fett in hilfreiches beiges Fett umwandle. Kilos könne man so leichter verlieren, weil Kalorien stärker verbrannt werden. Die Konzentrationen, die beim Menschen gemessen wurden, sind 10- bis 1.000-Mal geringer als die Konzentration, die in früheren in-vitro-Studien eingesetzt werden mussten, um bei Fettzellen eindeutige Effekte auszulösen. Die Bezeichnung „Schlankheitshormon“ ist jedenfalls nicht berechtigt.

Spektrum der Wissenschaft, Ärzte Woche 35/2015

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