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APA-Artikel 7. März 2014

Frauentag - Stronach/Schenk: Frauen bekommen bis zu drei Mal mehr Psychopharmaka verschrieben als Männer

"Im Schnitt bekommen Frauen zwei bis drei Mal mehr Psychopharmaka verschrieben als Männer", - vor dieser gefährlichen Entwicklung warnt die Team Stronach Frauen- und Gleichbehandlungssprecherin Martina Schenk anlässlich des Welt-Frauentages. Ursachen seien Erwartungsdruck des täglichen Lebens, der Spagat zwischen Kinder, Beruf, Haushalt, eventueller Pflege von Angehörigen - "dem darf nicht leichtfertig mit Tablettenkonsum begegnet werden", so Schenk.

"Es gibt leider noch immer viele offene Baustellen in unserem Land, wie die Einkommensschere, fehlende Kinderbetreuungsplätze und fehlende Mindestlöhne, um von einer Vollbeschäftigung auch adäquat leben zu können", erinnert Schenk. "Doch darüber wird wenigstens gesprochen. Von den laut Hauptverband der Sozialversicherungsträger rund 900.000 psychisch Kranken - in der überwiegenden Zahl Frauen - hört man aber nichts", mahnt Schenk vor einer gefährlichen Entwicklung, denn zwei Drittel aller Medikamente werden für Frauen verschrieben. Schlafmittel, Psychopharmaka, Präparate gegen Kopfschmerzen und niedrigen Blutdruck werden sogar fast ausnahmslos von Frauen geschluckt.

Das "Immer-funktionieren-müssen" setze viele Frauen unter Druck. Schenk: "Sie fühlen sich oft in besonderer Weise zuständig für soziale Beziehungen in Beruf und Familie. Eigene Bedürfnisse werden in den Hintergrund gestellt, melden sich jedoch später als Schlafstörungen, Unruhe und Kopfschmerzen."

Besonders brisant ist laut der Team Stronach Frauensprecherin die Entwicklung im Pflegebereich: "Hier setzt die Politik auf familiäre Schwarzarbeit und traditionelle Geschlechterzuschreibungen. Über 80 Prozent derer, die Pflege zuhause verrichten, sind Frauen. Bei der mobilen oder stationären Pflege sind über 90 Prozent der MitarbeiterInnen Frauen", so Schenk. Gerade dieser feminisierte Sektor zeichne sich aber durch unzumutbare Arbeitszeiten, zu wenig Personal, ständige Bereitschaft, keine langfristige finanzielle Absicherung, viele und lange Krankenstände und zu geringe Löhne aus. Schenk: "Vier von zehn Mitarbeitern in Spitälern, Pflegeheimen oder bei mobilen Diensten sind demnach Burn-out-gefährdet. So kann es nicht weitergehen!"

Schenk verlangt verstärkt das Angebot von alternativen Therapiemöglichkeiten statt Tabletten und einem Ausbau der Prävention, um "eine Entschleunigung des Alltags zu ermöglichen." Für den Pflegebereich will die Team Stronach Mandatarin Maßnahmen wie etwa ein bundesweit einheitliches Ausbildungs- und Entgeltsystem sowie einen einheitlichen Pflegeschlüssel und besondere Berücksichtigung von "Frauen 50-plus, wenn die körperliche Belastbarkeit abnimmt."

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