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Augenheilkunde 27. November 2013

Geschlechtsunterschiede bei bulbuseröffnenden Augenverletzungen im Kindesalter

Hintergrund

Bulbuseröffnende Augenverletzungen sind charakterisiert durch mindestens eine Wunde, die die Hornhaut oder Sklera in ihrer gesamten Dicke durchbricht. Für ihre Ursachen und ihre Prognose gibt es deutliche länderspezifische Unterschiede. Diese Studie gibt einen Überblick über die Verletzungsumstände und den Endvisus von Kindern im Einzugsgebiet der Universitätsaugenklinik Graz (Steiermark, Teile von Burgenland und Kärnten).

Material und Methode

Wir analysierten die Daten von allen Kindern unter 18, die zwischen 1992 und 2011 aufgrund einer bulbuseröffnenden Verletzung an der Universitätsaugenklinik Graz operiert wurden. Epidemiologische Daten, sowie das funktionelle und anatomische Endergebnis wurden, mit besonderer Begutachtung der Geschlechtsunterschiede, evaluiert. In die Analyse des Endvisus inkludierten wir nur Kinder mit einer Nachbeobachtungszeit von mindestens einem Jahr.

Resultate

In unserem Kollektiv von 104 Kindern befanden sich signifikant mehr Buben (81 = 77,9 %) als Mädchen (23 = 22,1 %, p < 0,001). Ein geschlechterspezifischer Unterschied trat auch im Verletzungsalter auf: Die verletzten Mädchen waren deutlich jünger als die verletzten Buben (Median sechs und elf Jahre, p = 0,001). Wir operierten 76 (73,1 %) penetrierende Verletzungen, 19 (18,3 %) mit intraokularem Fremdkörper, sechs (5,8 %) Rupturen und drei (2,9 %) perforierende Verletzungen. Die häufigsten Verletzungsobjekte waren Werkzeuge (n = 21, 20,2 %), Stecken und Pfeile (n = 18, 17,3 %) und Glassplitter (n = 12, 11,5 %). Von den 88 Patienten mit dokumentiertem Endvisus betrug die Sehschärfe bei 52 (59,1 %) zumindest 0,5, 14 (15,9 %) erblindeten. Der Endvisus war signifikant besser als der Aufnahmevisus (p < 0,001).

Schlussfolgerung

Die Mehrzahl der Verletzten waren männliche Teenager, die häufigsten Verletzungsobjekte Werkzeuge. Die Mädchen waren zum Zeitpunkt der Verletzung signifikant jünger als die Buben.

Marlene M. Schörkhuber, Dr. Mona R. Schneider, Dipl.-Ing. Regina Riedl, OA. Dr. Werner Wackernagel, OA. Dr. Martina Brandner, Univ. Prof. Dr. Andreas Wedrich, Spektrum der Augenheilkunde 6/2013

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