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Augenheilkunde 11. Juni 2013

Das Muttermal im Blickfeld

Prävalenzstudie von melanozytären Läsionen der Iris.

Epidemiologische Studien sind in Österreich Mangelware, je spezieller das Fachgebiet, desto rarer sind sie. Eine Studie der Universitätsklinik für Augenheilkunde an der Medizinischen Universität Graz erhob nun die Prävalenz von melanozytären Läsionen der Iris in der Steiermark – ein Novum.

Grundlegend kann zwischen ausgebildeten Irisnävi sowie sogenannten Freckles, als gutartige Tumore des Auges, unterschieden werden. Erstere verändern die Architektur der Iris. Dr. Christoph Mayer vom Tumorteam der Augenklinik Graz berichtete nun im bei der 54. Tagung der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft in Bad Ischl (9.–11. Mai) von den Erkenntnissen dieser epidemiologischen Studie.

Badespaß und medizinischer Check

Im Rahmen einer dreitägigen Erhebung während „Sunwatch 2012“, einer Vorsorgeaktion der Österreichischen Krebshilfe, die in steirischen Freibädern durchgeführt wurde und in Zusammenarbeit mit der Dermatologie Graz sowie Unterstützung von Askin, konnten bei 632 Personen (mittleres Alter 38,4 / Median 39 / 360 weiblich, 272 männlich) der vordere Augenabschnitt mittels Spaltlampe untersucht und ein Irisfoto angefertigt werden. Auf dieser Basis wurde die Augenfarbe, die Anzahl der Freckles sowie jene der Irisnävi bestimmt. Zugleich erhob ein Team der Universitätsklinik für Dermatologie in Graz auch die melanozytären Läsionen der Haut, um etwaige Korrelationen zwischen den beiden unterschiedlichen Manifestationsarealen untersuchen zu können.

Schau mir in die blauen Augen, Kleines

Die Irisfarbe wurde dabei in neun Kategorien eingeteilt, wobei drei Übergruppen gebildet wurden. 53,3 Prozent der untersuchten Augen gehörten hierbei der Übergruppe „blau“, 22,8 Prozent „haselnussbraun/grün“ („hazel“) und 23,9 Prozent „braun“ an. Freckles konnten bei 76,1 Prozent Personen nachgewiesen werden. 39 Prozent der Gesamtpopulation wiesen hierbei ein bis fünf, 16,4 Prozent sechs bis zehn und 10,2 Prozent elf bis 15 sowie 10,5 Prozent über 15 Freckles auf.

„Über 50 Prozent der Freckles traten beidseitig auf. Und auch die Verteilung der Iris-Freckles wurde angeschaut und diese war, wie man es erwarten konnte und wie auch in der Literatur beschrieben, vor allem im unteren Bereich vorhanden und dort eher temporal“, so Mayer.

Zum Geschlecht gab es keinen statistischen Zusammenhang, sehr wohl jedoch einen positiven wie hochsignifikanten zum Alter. Gleichwohl was das Auftreten der Freckles im Generellen als auch deren Anzahl anbelangt.

Ebenso wurde eine signifikante Korrelation mit helleren Augenfarben gefunden, wobei die blaue Augenfarbe erst von wenigen Tausenden Jahren entstanden sein dürfte.

Ein Forschungsteam der Universität von Kopenhagen führt diese Wandlung auf eine Mutation des OCA2 Gens zurück, welches für das P-Protein codiert, dass die Melaninproduktion mitbeeinflusst. Nach den Erkenntnissen aus Kopenhagen wäre somit eine einzige Genmutation bei einem einzigen Träger ausschlaggebend für die Augenfarbe „blau“. Grundlegend ist zu wissen, je geringer der Melaninanteil desto heller die Augenfarbe.

Irisnävi und das Alter

Bei 26 (4,11%) der untersuchten Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten ein oder zwei Irisnävi nachgewiesen werden, berichtete Mayer. Über 70 Prozent traten dabei in der unteren Augenhälfte auf und bei einem Patienten konnten beidseitig Irisnävi vermerkt werden. Wie bei den Freckles gab es keinen Zusammenhang mit dem Geschlecht, sehr wohl aber mit dem Alter.

Erkenntnisse, die in Zukunft bei der Früherkennung sowie Vorbeugung von Melanomen des Auges eine Rolle spielen und erste Informationen über Prävalenz sowie mögliche Prädiktoren von Freckles und Irisnävi liefern könnten.

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