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Forschung 13. Juni 2016

Mit Zucker gegen Atherosklerose

Der Wirkstoff 2-Hydroxypropyl-Beta-Cyclodextrin wirkt im Tiermodell der Plaqueentstehung entgegen.

Über ihre hydrophile Außenseite und ihren lipophilen Hohlraum vermögen Cyclodextrine den Abtransport von kristallinem Cholesterin zu verbessern.

Cyclodextrine gehören zu den ringförmigen Kohlenhydraten. Je nach Anzahl der Glukose-Einheiten werden diese in Alpha-, Beta- und Gamma-Cyclodextrin unterschieden. Durch die ringförmige Anordnung der Glukose-Bausteine verfügen die Zucker über eine hydrophile Außenseite und bilden im Inneren einen lipophilen Hohlraum, der einen wasserabweisenden „Gast“ aufnehmen kann. Diese Besonderheit macht die Cyclodextrine für zahlreiche Industrien interessant. Neben der Nahrungsmittel-, Textil- und Kosmetikindustrie finden diese auch im Bereich der Haushaltswaren und der Arzneimittelherstellung Anwendung.

Ein Forscherteam, bestehend aus Immunologen und Kardiologen an der Universität Bonn, untersuchte die Wirkung der Cyclodextrine auf den natürlichen Cholesterinabbau in der Zelle. Einer der Forscher, Prof. Dr. Eicke Latz, konnte in Studien zeigen, dass Cholesterinkristalle durch Aktivierung des Leberrezeptorkomplexes LXR die Entzündungsreaktionen bei Atherosklerose verstärken.

Jüngst verabreichten die Wissenschaftler Mäusen eine extrem cholesterinreiche Kost und spritzten ihnen anschließend den Wirkstoff 2-Hydroxypropyl-Beta-Cyclodextrin (CD) unter die Haut. Sie konnten zeigen, dass die Mäuse weniger Plaques aufwiesen als die Vergleichsgruppe. Cyclodextrin scheint somit eine Vermittlerrolle im Cholesterinstoffwechsel zu übernehmen und eine Art Umprogrammierung der Zellen zu begünstigen. Dies verbessert den Abtransport von kristallinem Cholesterin, verhindert somit die Plaqueentstehung bzw. unterstützt die Rückbildung von Ablagerungen und vermindert Entzündungsreaktionen.

Die Ergebnisse aus dem Tiermodell konnten inzwischen an menschlichen Gefäßen bestätigt werden. Die Gruppe um Latz hofft nun, auf Basis dieser Erkenntnisse neue Arzneimittel zur Behandlung von Atherosklerose zu entwickeln.

Quelle: Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention

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