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© Petra Kudweis
Dagmar Gotthardt und ihre Kollegen haben erstmals gezeigt, dass NK-Zellen einen Faktor produzieren, der das Tumorwachstum begünstigt.
 
Onkologie 22. Februar 2016

Schalter für Krebs gefunden

Studie stellt Behandlung von einigen Tumoren infrage.

Das Immunsystem schützt den Körper vor Eindringlingen und bekämpft Krebszellen. Diese zu eliminieren, ist eine Aufgabe der NK-Zellen. Damit diese funktionieren, brauchen sie den Aktivator STAT 5. Fehlt der, bewirken sie jedoch das Gegenteil.

Das Immunsystem spielt eine wichtige Rolle bei der Krebsentstehung. Natürliche Killer (NK)-Zellen sind Teil des Immunsystems und für die Eliminierung von Krebszellen verantwortlich. Forscher fanden nun heraus, dass NK-Zellen das Tumorwachstum auch fördern können. STAT 5 ist hierfür das Schlüsselmolekül und dient als molekularer Schalter. NK-Zellen brauchen aktives STAT 5, um Tumorzellen zu töten. Fehlt STAT 5 oder wird es gehemmt, bewirken sie das Gegenteil: Sie fördern das Tumorwachstum, indem sie den blutgefäßbildenden Faktor VEGF produzieren. Die Verwendung von Medikamenten die STAT 5 hemmen, beschleunigt somit das Tumorwachstum, heißt es in einer Meldung der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Ein Team um Dagmar Gotthardt vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie an der Vetmeduni Vienna zeigten, dass NK-Zellen denen STAT 5 fehlt, Krebszellen zum Wachstum anregen. „Man kann sich STAT 5 wie einen Ein/Aus-Schalter vorstellen. Ist STAT 5 vorhanden, regt es NK-Zellen dazu an, gegen Krebszellen vorzugehen. Fehlt STAT 5, schlagen NK-Zellen ins Gegenteil um und regen Krebszellen zum Wachstum an“, erklärt Gotthardt. STAT 5 ist bei vielen Krebsarten, wie Bauchspeicheldrüsen-, Leberkrebs und Leukämie hoch aktiv. Medikamente die STAT 5 hemmen sollen, gelten als Hoffnungsträger in der Behandlung. Diese Strategie stellen die Forscher nun infrage. „Solche Inhibitoren zielen nicht nur auf Krebszellen, sondern könnten auch das Immunsystem und die NK-Zellen negativ beeinflussen. Somit könnten sie das Fortschreiten der Krankheit fördern. Das wäre ein gefährlicher Cocktail für die Patientinnen und Patienten“, so Gotthardt. Die Forschenden haben erstmals gezeigt, dass NK-Zellen einen Faktor produzieren, der das Tumorwachstum begünstigt, den VEGF-A (Vascular Endothelial Growth Factor A). Experimente zeigten, dass STAT 5 die Produktion dieses Signalmoleküls in NK-Zellen unterdrückt. Fehlt STAT 5, wird der Faktor in hohen Mengen produziert und es kommt zu einem Tumorwachstum. Die Ergebnisse sind von klinischer Relevanz, u. a. wurde ein Inhibitor verwendet, der bereits in der Klinik eingesetzt wird.

Originalpublikation:STAT5 is a key regulator in NK cells and acts as molecular switch from tumor surveillance to tumor promotion“; Journal „Cancer Discovery“ 2016, DOI: 10.1158/2159-8290 .

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