zur Navigation zum Inhalt
 
Gastroenterologie 23. November 2015

Der Darm hat seinen eigenen Kopf

Im Unterleib sitzen die denkfaulen Neuronen.

Unser längstes Organ hat auch die meisten Nervenzellen außerhalb des Hirns, wodurch klar wird, warum unser Wohlbefinden mitunter so stuhlabhängig ist.

Bemerkenswert ist es, ein Stückchen Darm in einer Petrischale mit Nährlösung zu beobachten. Das arbeitet dort nämlich munter weiter, und das über Wochen hinweg. Der Darm ist also ein Organ, dass außerhalb des Körpers funktioniert, da die dort ansässigen Neurone die einzigen sind, die komplett autonom arbeiten und keine übergeordneten Anweisungen benötigen. Anders gesagt: Eine Niere würde nicht entwässern, eine Lunge nicht atmen und eine Leber nicht entgiften, all diese Organe brauchen die Befehle des zentralen Nervensystems. Der Darm hat hingegen seinen eigenen Kopf. Das Nervengeflecht des Darms ist in das glatte Muskelgewebe des Darms eingebettet und besteht aus etwa 100 Millionen Neuronen, die physiologisch und hinsichtlich der Ausstattung von Neurotransmittern ihren Pendants in der obersten Etage des menschlichen Körpers gleichen. Doch auch wenn die Neurotransmitter eine komplexe und kaum erforschte Wirkung auf den Gesamtorganismus haben, so fehlt den Darmnervenzellen zum Denken dann doch die dreidimensionale Struktur.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben