zur Navigation zum Inhalt
 
Dermatologie 2. November 2015

Gezeichnet in jungen Jahren

Expertenbericht: Akne und akneiforme Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen.

Die Erkrankungen der Talgdrüse sind keineswegs auf die Pubertät beschränkt, sondern können vom Neugeborenalter an in vielfältiger Weise in Erscheinung treten.

In ätiologischer Hinsicht lassen sich endogene und exogene Auslösefaktoren unterscheiden. Die Acne neonatorum als Kardinalbeispiel einer überwiegend exogen induzierten Form hat mit der Adoleszentenakne lediglich das Zielorgan Talgdrüse gemein: Deren Stimulation erfolgt exogen durch maternale Hormone, ihre Besiedlung durch Pityrosporum ovale, Komedonen werden nicht beobachtet, und die Erkrankung klingt meist spontan innerhalb weniger Wochen ohne Therapieerfordernis wieder ab.

Die Acne infantum oder „mid-childhood acne“ betrifft Kinder zwischen einem und sechs Jahren. Sie ist ätiologisch vielfältiger: Neben einer bisher unzureichend definierten genetischen Disposition kommen prämature Adrenarche und selten auch ein atypisches Adrenogenitales Syndrom in Frage. Bei der „Präadoleszenten-Akne“, die Kinder zwischen sieben und elf Jahren betrifft, muss nach Hinweisen auf eine Pubertas praecox gesucht werden. Eine in jedem Lebensalter häufige, aber auch häufig übersehene Erkrankung der Talgdrüsen stellt die Steroid-induzierte Rosazea dar. Sie wird durch die Anwendung topischer (insb. halogenierter) Steroide im Gesichtsbereich hervorgerufen. Die Acne excoriée des jeunes filles wiederum entsteht ausschließlich durch Manipulation und bedarf der Psychotherapie. Die „klassische“ Adoleszentenakne schließlich bedarf einer stadiengerechten Therapie, zu der auch diätetische und kosmetische Aspekte gehören.

Prof. Dr. Peter Höger ist Chefarzt der Abteilung Pädiatrische Dermatologie am Kath. Kinderkrankenhaus Wilhelmstift in Hamburg.

Peter Höger, Ärzte Woche 45/2015

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben