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Pulmologie 4. Mai 2015

Neue Variante der Elastase entdeckt

Die neue Unterform der Elastase könnte sowohl an der Entstehung von Lungenemphysem beteiligt sein als auch das Versagen einiger Therapien erklären.

Ein sensibles Gleichgewicht von Elastasen und Elastase-Inhibitoren sorgt im Körper für einen regulären Auf- und Abbau von Gewebe. Ist das Gleichgewicht gestört, kann es zu einer überschießenden Aktivität der Elastasen kommen – die Folge ist ein vermehrter Gewebeabbau. So auch beim Lungenemphysem: Hier werden Elastasen nicht mehr ausreichend inaktiviert und das Lungengewebe zerstört. Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München haben nun eine neue Unterform der Elastase entdeckt und ihre Eigenschaften untersucht ( Dau et al.: Nature Communications 2015; 6 ). Die von neutrophilen Granulozyten produzierte Elastase kann in gespaltenem (2-kettigem) Zustand vorliegen. Die gespaltene Elastase ist besonders aggressiv und widerstandsfähig. Die Autoren vermuten daher, dass sie zur Entstehung des Lungenemphysems beiträgt – insbesondere dann, wenn ein Inhibitoren-Mangel, wie etwa bei angeborenem Alpha-1-Antitrypsin-Mangel, vorliegt. Der verminderte Effekt von Inhibitoren auf gespaltene Elastase liefert zudem eine Erklärung, warum einige Hemmstoffe wirkungslos bleiben.

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