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Infektiologie 23. März 2015

Salz steigert die Immunabwehr

In infizierten Geweben wird Salz angehäuft.

Salzanreicherung im Gewebe steigert die Immuntätigkeit bei Infektionen. Das haben deutsche Forscher entdeckt und damit zum ersten Mal den Vorteil einer lokalen Salzanreicherung belegt (Jantsch J et al.: Cell Metabolism 2015; 21 (3): 493–501).

Ein Zufall hat zu dieser Entdeckung geführt: Bei der Untersuchung von Labormäusen, die eine Niedrigsalzdiät durchliefen, fiel auf, dass Mäuse mit wunden Hautstellen ähnlich wie bei einer Hochsalzdiät vermehrt Salz speicherten. Dies führte zur Hypothese, dass die Anreicherung von Salz im infektiösen Gewebe in Zusammenhang mit der Infektionsabwehr stehen könnte.

Mittels MRI sah man dann auch bei Menschen, die eine bakterielle Hautinfektion hatten, dass diese erhebliche Mengen an Salz im infizierten Gewebe gespeichert hatten. Die Salzanreicherung findet dabei nur lokal statt und ist von der Ernährung unabhängig.

Im weiteren Verlauf der Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass Salz tatsächlich die Abwehrleistung von Makrophagen an den betroffenen Stellen steigert.

In den Untersuchungen ging die Salzanreicherung zurück, sobald Antibiotika gegeben wurden. Effektive Medikamente mindern daher den Bedarf, die Immunabwehr durch die Einlagerung von Salz zu steigern, so die Schlussfolgerung.

Uni Regensburg/MDC Berlin, Ärzte Woche 13/2015

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