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© SK Sharma
Aus jeder vierten Bisswunde wurde Schlangen-DNA isoliert.
 
Intensiv- und Notfallmedizin 10. November 2014

Schneller ans Gegengift

In Regionen, in denen Schlangenbisse ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen, könnte künftig ein DNA-Test dazu beitragen, die Diagnostik zu verbessern und damit die Überlebenschancen der Patienten zu erhöhen.

Ein zentrales Problem bei Schlangenbissen besteht darin, dass meist nicht bekannt ist, welche Schlangenart zugebissen hat. Diese Information ist aber entscheidend für die richtige Behandlung der Vergiftung. Auf der Jahrestagung der American Society of Tropical Medicine and Hygiene (ASTMH) wurde eine in Nepal durchgeführte klinische Studie vorgestellt, die erstmalig die Zuverlässigkeit eines genetischen Schlangenbisstests untersucht hat. Wenn die Forscher aus der Bisswunde DNA-Spuren der Schlange entnehmen konnten, waren sie in 100 Prozent der Fälle in der Lage, die Schlangenart anhand ihrer Gensequenz zu identifizieren. Den Test entwickelt hat Dr. Ulrich Kuch, Leiter der Abteilung für Tropenmedizin und Public Health des Universitätsklinikums Frankfurt.

Im Rahmen der Studie konnte im Durchschnitt aus einer von vier Bisswunden Schlangen-DNA isoliert werden. Ursache dafür, dass eine DNA-Entnahme nicht möglich ist, können eigenmächtige Wasch- und Desinfektionsversuche der Patienten vor Aufnahme in die Klinik sein. Von 194 sichergestellten Schlangen-DNAs stammten 87 von einer Giftschlange. Insgesamt 21 Patienten hatten die Schlange, die sie gebissen hatte, mit in die Klinik gebracht. Damit konnte das Ergebnis für diese Proben unabhängig überprüft und festgestellt werden, dass der DNA-Test in allen diesen Fällen die korrekte Spezies identifizierte.

Sharma SK et al.: Use of clinical predictors and molecular diagnosis to identify the species responsible for snakebite in rural Nepal; ASTMH 2014; Abstract #692

Universitätsklinikum Frankfurt, Ärzte Woche 46/2014

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