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© Arteria Photography
Die diabetische Retinopathie ist eine weltweit häufige Komplikation des Diabetes.
 
Augenheilkunde 9. Dezember 2013

Retinopathien sind nur schwer therapierbar

Augenschädigungen infolge von Diabetes lassen sich nur teilweise verbessern.

Trotz adäquater Behandlung sind Schäden an der Netzhaut nur zum Teil verbesserbar. Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München haben herausgefunden, dass eine medikamentöse Behandlung nur etwa die Hälfte der veränderten Netzhaut-Proteine positiv beeinflusst. Die Ergebnisse der Studie wurden in „Diabetologia“ publiziert.

Nun von zehn Patienten mit Typ-1-Diabetes und 75 Prozent mit Typ-2-Diabetes sind von Augenschädigungen betroffen. Die diabetische Retinopathie ist laut WHO der häufigste Grund für eine Erblindung bei Erwachsenen im berufstätigen Alter, Tendenz steigend.

Die Netzhaut ist der Teil des Auges, der optische Bilder in Nervensignale umwandelt und zur Wahrnehmung ins Gehirn leitet. Am Prozess der Signalübertragung sind zahlreiche Proteine und Moleküle beteiligt. Diabetische Netzhautschäden führen zu einer beeinträchtigten Funktion dieser Proteine. Die Wissenschaftler von der Abteilung Proteinanalytik (PROT) und dem Institut für Experimentelle Genetik (IEG) am Helmholtz Zentrum München (HMGU) haben im Rahmen der Forschungsprojekte des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) nun untersucht, wie eine medikamentöse Therapie diese Signalträger beeinflusst.

Sie verglichen die Konzentrationen der Proteine in der Netzhaut von gesunden Mäusen, Mäusen mit Diabetes mellitus Typ 2 ohne Therapie und Typ-2-Diabetes-Mäusen, die mit dem Standardtherapeutikum Metformin behandelt wurden, das den Blutzucker senkt und damit diabetische Folgeschäden reduziert. Insgesamt 98 Proteine lagen bei den diabetischen Tieren in veränderten Mengen vor. Etwa die Hälfte davon konnte durch die Therapie mit Metformin normalisiert werden. Die anderen Proteine dagegen blieben trotz Behandlung und verbesserter Blutzuckerwerte unverändert – darunter auch das Protein VGLUT1, das essenziell für die Reizübertragung an bestimmten Nervenzellen ist. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass normalisierte Blutzuckerwerte allein nicht ausreichen, um diabetische Augenschädigungen vollständig zu therapieren.“ sagt Erstautorin Dr. Alice Ly (PROT).

Literatur: Ly, A. et al. (2013), Retinal proteome alterations in a mouse model of type 2 diabetes, Diabetologia, doi: 10.1007/s00125-013-3070-2

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